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Rund jede neunte Schülerin und jeder neunte Schüler im Saarland verlässt die Schule inzwischen ohne einen allgemeinbildenden Abschluss. Eine Quote von 11,5 Prozent, die die Linke Saar zum Anlass für scharfe Kritik an der Landesregierung nimmt. Landesvorsitzender Florian Spaniol spricht von einem „bildungspolitischen Armutszeugnis“ und sieht das Saarland im bundesweiten Vergleich auf einem der letzten Plätze.

Die Ursachen seien dabei keineswegs neu. Lehrermangel, ausgefallene Stunden und eine unzureichende individuelle Förderung beschäftigten Eltern, Lehrkräfte und Bildungspolitiker bereits seit Jahren. Geliefert habe die regierende SPD bislang dennoch nicht, so der Vorwurf. „Trotzdem hat die SPD das Problem nicht gelöst“, kritisiert Spaniol und verweist auf strukturelle Defizite, die sich durch das gesamte System zögen.

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Als Antwort fordert die Partei einen grundlegenden Ausbau der Unterstützungsstrukturen an den Schulen. Konkret schweben Spaniol flächendeckende Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams vor, in denen Lehrkräfte gemeinsam mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern den schulischen Alltag gestalten. Nur so lasse sich verhindern, dass Jugendliche frühzeitig den Anschluss verlieren.

Besonders deutlich wird der Landesvorsitzende beim sozialen Hintergrund der Problematik. Es seien überproportional Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien, die ohne Zeugnis aus dem System fielen. „Bildungschancen hängen immer noch vom Geldbeutel der Eltern ab – das muss sich dringend ändern“, mahnt Spaniol. Für die Linke ist die Abschlussquote damit auch ein Spiegel ungleicher Lebensverhältnisse.

Farida Boukari, Mitglied im Landesvorstand, ergänzt diese Diagnose um eine pragmatische Komponente. Wer ohne Abschluss in den Arbeitsmarkt entlassen werde, habe es bei der Suche nach Ausbildung und einer stabilen Lebensperspektive deutlich schwerer. Verschärft werde die Lage durch marode und überfüllte Schulgebäude sowie ein System, das aus ihrer Sicht zu stark auf Leistungsdruck setzt – und zu wenig auf Lernformen, die sich an den Interessen und Kompetenzen der Jugendlichen orientieren.

Boukari knüpft daran eine konkrete hochschulpolitische Forderung. Das Saarland brauche endlich einen eigenen Studiengang für Förder- und Sonderpädagogik, um den dringend benötigten Nachwuchs an Fachkräften überhaupt erst ausbilden zu können. Ohne diese personelle Basis bleibe jede Reformdebatte folgenlos, so die Linken-Politikerin.

Ihr Fazit fällt entsprechend kompromisslos aus. „Die Landesregierung kann der fortschreitenden Bildungskrise nicht weiter tatenlos zusehen“, so Boukari. Für die Linke Saar ist klar: Ohne deutlich mehr Investitionen in Personal, Gebäude und soziale Begleitung werde sich die Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss kaum nach unten korrigieren lassen.

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