unknown persons standing outdoors
Symbolbild Foto: Dim Hou
Anzeige

Saarlands Jugendminister Magnus Jung hat auf der Jugend- und Familienministerkonferenz in Frankfurt deutliche Worte gegen Sparmaßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe gefunden. „Es ist nicht Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe, die kommunalen Finanzen zu sanieren, die durch andere bundesstaatliche Versäumnisse beispielsweise in der Pflege- und Gesundheitspolitik belastet worden sind“, sagte Jung am Rande des zweitägigen Treffens, das am 21. und 22. Mai unter hessischem Vorsitz stattfand.

Die diesjährige JFMK stand unter dem Motto „Zukunftskompetenzen stärken: Medienkompetenz und Demokratieverständnis fördern“. Doch neben diesen programmatischen Leitlinien bestimmte vor allem die Debatte um die finanzielle Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe die Gespräche der Länderministerinnen und -minister. Jung machte dabei unmissverständlich klar, dass er Pläne für Leistungskürzungen und Einschränkungen individueller Hilfen ablehnt – gerade in einer Zeit, in der der Spardruck auf diesen Bereich wächst.

Anzeige

Der saarländische Minister rückte stattdessen die frühkindliche Phase in den Mittelpunkt seiner Argumentation. „Die Kinder- und Jugendhilfe ist eine bedeutende Säule des Sozialstaates und trägt entscheidend dazu bei, dass Kinder die notwendigen Rahmenbedingungen für gutes Aufwachsen erfahren und soziale Benachteiligungen ausgeglichen werden. Deshalb muss ein stärkerer Blick auf die ersten Lebensjahre gelenkt werden“, betonte Jung. Wer früh investiere, könne spätere gesellschaftliche Folgekosten vermeiden – diese Überzeugung zog sich wie ein roter Faden durch seine Beiträge.

Konkret forderte Jung zwei zentrale Reformvorhaben ein: Zum einen die Überführung der Eingliederungsleistungen für junge Menschen in die Zuständigkeit der Jugendhilfe, zum anderen eine verbesserte Sprach- und Entwicklungsförderung im Rahmen eines Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes. Beide Projekte stehen seit längerem auf der politischen Agenda, ohne dass bislang eine abschließende Umsetzung gelungen wäre. Jung drängt darauf, dass diese Reformen nicht weiter aufgeschoben werden.

Über seine Rolle als saarländischer Ressortchef hinaus kündigte Jung an, sich auch als Koordinator der A-Länder auf Bundesebene weiterhin engagiert in die Debatte einzubringen. Damit positioniert er sich als eine der treibenden Stimmen unter den sozialdemokratisch geführten Landesregierungen, wenn es um die Verteidigung und Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe geht. Die Botschaft aus Frankfurt ist eindeutig: Kürzungen bei den Jüngsten dürfen nach dem Willen der Länderminister kein Instrument der Haushaltssanierung sein.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein