Die Spielplätze in St. Wendel sollen einen spürbaren Qualitätssprung erleben. Der Stadtrat hat einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion einstimmig auf den Weg gebracht. Künftig soll weniger auf die schiere Zahl der Standorte geachtet werden, sondern auf moderne Anlagen, die Kinder begeistern und Familien als echte Treffpunkte dienen.
Für Alexander Zeyer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, sind Spielplätze längst keine reinen Spielflächen mehr. Sie seien, so Zeyer, „Treffpunkte für Familien, Orte der Bewegung und wichtige Bestandteile lebenswerter Dörfer“. Genau deshalb dränge seine Partei auf eine strategische Neuausrichtung, die den Blick konsequent nach vorne richtet, anstatt am Status quo festzuhalten.
Als Referenzprojekt dient der neue Spielplatz am Hallenbad. Dort lasse sich beobachten, welche Anziehungskraft eine gut gemachte Anlage entwickeln kann. „Familien nehmen dafür auch bewusst einmal ein paar Kilometer Fahrt in Kauf, wenn die Qualität stimmt und Kinder dort wirklich etwas erleben können“, betont Zeyer. Das Leitmotiv des Antrags fasst er in vier Worten zusammen: Qualität vor Quantität.
Missverständnissen wollen die Christdemokraten allerdings vorbeugen. Von einem flächendeckenden Abbau könne keine Rede sein, stellt Fraktionschef Sebastian Schorr klar. Familien sollten weiterhin wohnortnahe Angebote vorfinden, gerade in den Ortsteilen. Gleichzeitig gehe es darum, die ohnehin begrenzten Mittel dort zu bündeln, wo sie tatsächlich Wirkung entfalten – in modernen, hochwertigen und gut frequentierten Anlagen.
Ein Hintergrund dieser Überlegungen sind die steigenden Pflege- und Unterhaltungskosten, die das städtische Budget zunehmend belasten. Wenn ein kleiner, kaum besuchter Standort perspektivisch wegfalle, könne im selben Ort an anderer Stelle ein deutlich attraktiverer Spielplatz entstehen, erläutert Schorr. Geprüft werden soll laut CDU außerdem, ob nicht mehr benötigte Flächen anderweitig genutzt werden können – etwa als Bauland, dessen Erlöse direkt in die Spielplatzlandschaft des jeweiligen Ortsteils zurückfließen.
Über die Spielgeräte hinaus rückt die Aufenthaltsqualität in den Mittelpunkt. Künftig sollen Beschattung, ausreichende Sitzgelegenheiten sowie Barrierefreiheit und Inklusion stärker mitgedacht werden. „Moderne Spielplätze müssen heute mehr leisten“, sagt Zeyer. Gerade an heißen Sommertagen erwarteten Familien zu Recht Orte, die für unterschiedliche Altersgruppen funktionierten und zum Verweilen einlüden.
Ergänzend fordert die Fraktion eine bessere digitale Übersicht aller Anlagen sowie eine transparente Kommunikation, wenn das Konzept weiterentwickelt wird. Eltern sollen auf einen Blick erkennen können, welcher Spielplatz welche Möglichkeiten bietet – und nachvollziehen können, nach welchen Kriterien die Stadt ihre Entscheidungen trifft.
Für Schorr ist der einstimmige Beschluss ein Signal, das über die einzelne Anlage hinausreicht. „Wir wollen St. Wendel als attraktiven Wohn- und Lebensstandort für Familien konsequent weiter stärken“, so der Fraktionsvorsitzende. Moderne Spielplätze, da sind sich CDU und Stadtrat einig, sind dabei mehr als ein Detail der Stadtentwicklung – sie sind ein sichtbarer Gradmesser für Lebensqualität in der Kreisstadt und ihren Ortsteilen.




















