Foto: Jürgen Bost

Rund 3.000 Buchhandlungen in ganz Deutschland verschenkten zum Welttag des Buches Exemplare an über eine Million Kinder – und die St. Ingberter Buchhandlung Friedrich hatte dabei doppeltes Glück. Neben der Teilnahme an der größten deutschen Leseförderaktion gewann sie eine kostenlose Autorenlesung. Davon profitierten die Viertklässler der Rischbachschule, die in der Stadtbücherei St. Ingbert eine besondere Begegnung mit Literatur erleben durften.

Kinderbuchautorin Ria Moorstein, 29 Jahre alt und gebürtig aus einem saarländischen Dorf, stellte den Grundschülern ihren Debütroman „Die Reise zum Ende der Magie“ vor. Moorstein, die zum Studium der Wissenschaftskommunikation nach Karlsruhe gezogen war, fand dort auch ihren Weg zum Schreiben. „Ich habe schon als Kind in Allem Magie gesehen und mir die Welt ein bisschen anders vorgestellt, als sie war“, erzählte sie ihrem jungen Publikum. Schon früh habe sie sich mit Fabelwesen, Naturmagie und der Frage beschäftigt, wie viel Realität in Fantasy-Geschichten stecken kann.

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Genau diese Mischung prägt auch ihren Roman, der mit aufwendigen Illustrationen von Natalie Behle gestaltet ist. In ihrer Präsentation nahm Moorstein die Kinder mit in eine Welt rund um das lebendige Hexenhaus Thetis und die Magierstadt Delphi. Figuren wie der freche Baumgeist Oria oder der redegewandte Kater Adonis sorgten für staunende Gesichter in den Reihen der Rischbachschüler.

Nach der Lesung entwickelte sich ein intensiver Austausch zwischen Autorin und Publikum, der kaum enden wollte. Die Kinder löcherten Moorstein mit detaillierten Fragen zum Entstehungsprozess eines Buches – vom ersten Einfall bis zum fertigen Druck. Dabei interessierte sie besonders, wie persönliche Erlebnisse in eine literarische Geschichte einfließen. Moorstein beantwortete jede einzelne Frage mit Geduld und Offenheit.

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Besonders auffällig war, dass vor allem Mädchen aus der Klasse den Wunsch äußerten, selbst einmal Bücher zu schreiben. Die Autorin aus dem Saarland, die diesen Traum selbst verwirklicht hat, wurde damit für die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer greifbar als Vorbild. Dass Literatur nicht nur konsumiert, sondern auch selbst geschaffen werden kann, schien an diesem Vormittag in der Stadtbücherei bei vielen Kindern angekommen zu sein.

Der Welttag des Buches, der jährlich am 23. April begangen wird, zielt genau auf solche Momente ab: Kinder für das Lesen zu begeistern und ihnen den Zugang zu Geschichten zu erleichtern. In St. Ingbert gelang das durch die Kombination aus geschenktem Buch und lebendiger Autorenbegegnung auf besonders eindrückliche Weise. Die Buchhandlung Friedrich und die Stadtbücherei schufen gemeinsam einen Rahmen, in dem aus einer Förderaktion ein echtes Erlebnis wurde.

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