Der neue Hochbehälter Sonne aus Edelstahl ist auf eine Haltbarkeit für Generationen ausgelegt. — Foto: Thomas Klein

Sieben Ortschaften im unteren Bliestal beziehen ihr Trinkwasser ab sofort aus einer einzigen, zentralen Quelle: dem neuen Hochbehälter Sonne bei Walsheim. Nach rund zwei Jahren Bauzeit an der Leitungsinfrastruktur und der Fertigstellung des Behälters selbst Anfang 2025 haben die Stadtwerke Bliestal das wohl umfangreichste Versorgungsprojekt der jüngeren Gemeindegeschichte abgeschlossen. Gersheim, Bliesdalheim, Herbitzheim, Niedergailbach, Reinheim, Rubenheim und Walsheim hängen nun vollständig am neuen System – und gleich drei alte Hochbehälter in Bliesdalheim, Walsheim und Rubenheim können endgültig vom Netz gehen.

Der Bau des Hochbehälters Sonne hatte bereits 2023 begonnen. Parallel dazu entstand seit 2024 ein rund 4,5 km langes Rohrleitungsnetz, das den Behälter mit den umliegenden Ortschaften verbindet. Zuerst verlegten die Stadtwerke die Füll- und Entnahmeleitungen zwischen dem Hochbehälter und Herbitzheim. Über eine Anbindung an die bestehende Bliestal-Leitung nahe Herbitzheim wird der Behälter gespeist, während eine neue Entnahmeleitung in einer eigens errichteten Druckminderstation mündet. Herbitzheim und Rubenheim erhalten seitdem Trinkwasser mit ausreichend Menge und Druck direkt aus dem Hochbehälter Sonne.

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In einem weiteren Bauabschnitt wurde die Entnahmeleitung bis unterhalb des alten Hochbehälters Walsheim geführt, wo eine zweite Druckminderstation entstand. Mit deren Fertigstellung erfolgte die endgültige Umstellung der Versorgung für Walsheim und Gersheim, die bis dahin noch am alten Walsheimer Behälter hingen. Beide Abschnitte sind inzwischen abgeschlossen und in Betrieb.

Für die Stadtwerke Bliestal GmbH bedeutet das Projekt einen erheblichen Kraftakt – organisatorisch wie finanziell. Doch der Nutzen reicht weit über die reine Trinkwasserversorgung hinaus: Auch die Löschwasserversorgung im unteren Bliestal ist durch die neue Infrastruktur langfristig gesichert. Die Zentralisierung auf einen modernen Behälter ersetzt gleich mehrere in die Jahre gekommene Anlagen und schafft damit eine belastbare Grundlage für die kommenden Jahrzehnte.

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Das Vorhaben hat eine lange Vorgeschichte. Bürgermeister Bernd Hertzler, der zugleich als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke fungiert, hatte die Umsetzung bereits in seiner früheren Funktion als technischer Leiter der Stadtwerke Bliestal vorangetrieben. Ihm war es ein persönliches Anliegen, die Trink- und Löschwasserversorgung in der Gemeinde Gersheim nachhaltig auf sichere Beine zu stellen. Gersheims Bürgermeister Michael Clivot würdigte seinerseits die gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken bei der Umsetzung des Projekts.

Mit der Inbetriebnahme des Hochbehälters Sonne und dem Abschluss aller Leitungsarbeiten ist ein Infrastrukturprojekt vollendet, das die Wasserversorgung im unteren Bliestal grundlegend neu ordnet. Wo zuvor mehrere dezentrale Behälter mit teils begrenzter Kapazität im Einsatz waren, sorgt nun ein zentrales System für Versorgungssicherheit – ein Schritt, der in Zeiten zunehmender Anforderungen an kommunale Daseinsvorsorge Gewicht hat.

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