Der FC 08 Homburg hat sich gegen die SG Barockstadt Fulda einen Punkt erarbeitet, der sich am Ende deutlich wertvoller anfühlt, als es ein 1:1 auf dem Papier vermuten lässt.
Lange sah es nach einem dieser Spiele aus, in denen sich beide Mannschaften neutralisieren. Für beide Teams geht es nur noch um die Endplatzierung in der Liga, Auf- oder Abstieg spielen keine Rolle. Homburg hatte etwas mehr Zugriff, ließ den Ball ordentlich laufen, ohne offensiv wirklich zwingend zu werden. Fulda blieb gefährlich, vor allem bei Standards – und prüfte früh Debütant David Schwingel, der einen Kopfball aus kürzester Distanz von Iljazi klasse parierte. Auf der anderen Seite hatte Sean Busch die beste Möglichkeit der ersten Hälfte für seine Farben, scheiterte aber aus spitzen Winkel.
Die entscheidende Szene der ersten Halbzeit kam kurz vor der Pause. Kovacic geht ins Duell, trifft seinen Gegenspieler hart – Rote Karte. Eine klare Entscheidung, die dem Spiel einen anderen Stempel aufdrückt. „Die rote Karte hat uns natürlich gut getan für die zweite Halbzeit“, sagte Fuldas Trainer Daniel Cimen später. Genau so entwickelte sich die Partie dann auch. Für Homburg bedeutete das: 45 Minuten in Unterzahl nach einer ohnehin kräftezehrenden Woche.
Mit einem Mann mehr übernahm Fulda nach dem Seitenwechsel erwartbar die Kontrolle. Homburg zog sich zurück, verteidigte tief, arbeitete gegen den Ball. Die Gäste drückten, hatten ihre Chancen und durch einen Lattentreffer die große Möglichkeit zur Führung – und liefen dennoch plötzlich einem Rückstand hinterher. Nach einem schnellen Umschaltmoment wurde Qenaj im Strafraum gefoult, Busch trat an und verwandelte sicher. Was danach folgte, ist das, was Homburg in den vergangenen Wochen mehrfach erlebt hat. Führung – und kurz darauf der Gegentreffer. Ein Fehler im Aufbauspiel nutzte Arcanjo-Köhler eiskalt, umkurvte Schwingel und schob zum 1:1 ein. „Es ist schade, weil uns das zuletzt öfter passiert ist“, sagte Trainer Roland Seitz später.
In der Schlussphase ging es weniger um Spielkontrolle als um Widerstand. Fulda hatte den Ball, Homburg hielt dagegen. Die Räume wurden enger, die Wege länger, die Kräfte weniger. „Mit einem Mann weniger mussten wir viel nach hinten arbeiten, das haben wir gut gemacht“, sagte Schwingel nach seinem ersten Einsatz. Am Ende steht ein 1:1, das man unterschiedlich lesen kann. Ohne Platzverweis wäre womöglich mehr drin gewesen. Mit Blick auf die zweite Halbzeit ist es ein erkämpfter Punkt. Seitz brachte es auf den Punkt: Unter diesen Umständen sei er „hoch zufrieden“ mit dem Ergebnis.
Der Blick richtet sich nun nach vorne: Bereits am Mittwoch wartet im Saarlandpokal das Halbfinale bei den Sportfreunden Köllerbach. Anstoß ist um 19 Uhr. In der Liga geht es dann am Sonntag, den 3.Mai, weiter: im GAZi-Stadion auf der Waldau treffen die Grün-Weißen im Auswärtsspiel auf die Stuttgarter Kickers.



















