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Zehn Jahre ist es her, dass das Saarland mit seiner Inklusionsverordnung einen eigenen Weg einschlug – als einziges Bundesland, das an Regelschulen auf die formale Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs verzichtet. Dieses Jubiläum nahmen das Ministerium für Bildung und Kultur, die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft sowie der Bildungscampus Saarland zum Anlass, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu blicken. Unter dem Titel „10 Jahre Inklusionsverordnung – zwischen Anspruch, Alltag und Aufbruch“ kamen Lehrkräfte, Schulleitungen und multiprofessionelle Teams zu einer Fachtagung zusammen.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot machte in ihrer Rede deutlich, dass Inklusion weit mehr sei als ein Regelwerk: „Zehn Jahre Inklusionsverordnung zeigen uns vor allem, dass Inklusion nicht durch Vorgaben allein, sondern durch das tägliche Engagement in unseren Schulen entsteht.“ Die Tagung habe sichtbar gemacht, wie viel im Saarland bereits geleistet werde und wie wichtig der Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen sei. „Denn unser Ziel ist es, eine Schule zu schaffen, in der jedes Kind seinen Platz findet und seine Potenziale entfalten kann“, so Streichert-Clivot.

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Der Fachtagung ging ein mehrstufiger Prozess voraus, der gemeinsam mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft gestaltet wurde. Im Herbst 2025 waren zunächst sämtliche Grundschulen im Saarland befragt worden, anschließend folgte ein juristisches Rechtsreview der bestehenden Verordnung. Die Ergebnisse flossen direkt in die Veranstaltung ein, bei der neben fachlichen Impulsen vor allem der Dialog im Vordergrund stand. Praxisbeispiele aus saarländischen Grundschulen veranschaulichten, wie individualisiertes und stärkenorientiertes Lernen bereits heute im Schulalltag funktioniert.

Besondere Aufmerksamkeit zog die abschließende Podiumsdiskussion auf sich. Neben der Bildungsministerin und Moderator Bob Blume diskutierten Dr. Sören Zimmermann vom Deutschen Institut für Menschenrechte, Prof. Dr. Julia Gasterstädt von der Universität Kassel, Jessica Krebs als Leiterin der Grundschule Scheidt sowie Asma Noor aus der Landesschüler:innenvertretung der Gemeinschaftsschule Dudweiler. Der Tenor war eindeutig: Das Saarland hat einen breiten Inklusionsbegriff verankert und steht im bundesweiten Vergleich gut da. Zugleich wurde offen über die Herausforderungen gesprochen, die der Alltag an Schulen mit sich bringt.

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Anika Limburg vom Bildungscampus Saarland unterstrich die Bedeutung kontinuierlicher Fortbildung für Lehrkräfte. „Wir verstehen Inklusion als Kern guter Schule, denn sie zielt darauf, die Potenziale jedes Kindes bestmöglich zu entwickeln. Vom gemeinsamen Lernen profitieren daher alle Kinder“, erklärte sie. Die Koordinierungsstelle Gemeinsames Lernen begleite Schulen dabei, ihre Konzepte für inklusiven Unterricht weiterzuentwickeln, „in denen Fördern und Fordern Hand in Hand gehen“, ergänzte Limburg.

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Die Tagung machte zudem deutlich, dass die saarländische Bildungspolitik den eingeschlagenen Kurs fortsetzen will. Konkret setzt das Land auf den Ausbau der Schulsozialarbeit, neue Prüfungsformate, das Programm „Startklar Deutsch“ sowie eine Anerkennungsprüfung in 22 Sprachen. All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die inklusive Regelschule weiter zu stärken und Teilhabe nicht nur als Anspruch zu formulieren, sondern im Schulalltag erlebbar zu machen. Dass dabei noch ein weiter Weg vor allen Beteiligten liegt, wurde auf der Tagung ebenso wenig verschwiegen wie die Fortschritte, die das Saarland in den vergangenen zehn Jahren erzielt hat.

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