Anzeige

Zehn Jahre lang hat das Saarland einen festen Posten mitten in Paris – am Boulevard St. Germain, im Herzen der französischen Hauptstadt. Was 2016 als institutionelles Experiment begann, hat sich längst zu einem tragenden Pfeiler der saarländischen Frankreich-Strategie entwickelt. Am Donnerstag, 9. April, kamen zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zusammen, um das Jubiläum des Verbindungsbüros zu feiern – und gleichzeitig den Blick nach vorn zu richten.

Der Chef der Staatskanzlei nutzte den Empfang, um die Bedeutung der Pariser Außenstelle unmissverständlich einzuordnen: „Das Verbindungsbüro in Paris ist seit zehn Jahren ein wichtiger Baustein unserer internationalen Strategie. Es steht nicht nur symbolisch für die deutsch-französische Freundschaft, sondern für echte Partnerschaft und für den festen Willen, Europa aktiv mitzugestalten.“ Das Saarland wolle diesen Kurs konsequent fortsetzen und sich als Brücke zur frankophonen Welt noch deutlicher positionieren. Das Büro in der französischen Hauptstadt biete dafür eine internationale Bühne, so der Staatskanzlei-Chef weiter.

Anzeige

Tatsächlich hat sich das Verbindungsbüro in den vergangenen zehn Jahren weit über seine ursprüngliche Rolle hinaus entwickelt. Es fungiert als Schaufenster saarländischer Interessen in Frankreich und als Drehscheibe für grenzüberschreitende Projekte. Fachveranstaltungen zu Themen wie dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt, Forschungskooperationen oder der Energie- und Wasserstoffwirtschaft fanden dort ebenso statt wie parlamentarische Austauschformate und Netzwerktreffen mit Vertreterinnen und Vertretern französischer Ministerien und Institutionen. Was als Anlaufstelle gedacht war, wurde so zu einem Ort, an dem konkrete Partnerschaften entstehen und wachsen.

Ein besonderes Merkmal der Pariser Präsenz ist die enge Zusammenarbeit mit der französischen Region Grand Est. Nach dem Vorbild der gemeinsamen Vertretung in Brüssel arbeiten beide Partner seit einigen Jahren auch in Paris und Berlin unter einem Dach. Diese Kooperation hat sich als echter Mehrwert erwiesen, weil sie eine abgestimmte Interessenvertretung ermöglicht und gemeinsamen Anliegen im deutsch-französischen Kontext zusätzliches Gewicht verleiht.

Beim Jubiläumsempfang wurde deutlich, dass das Saarland seine internationale Ausrichtung in den kommenden Jahren noch einmal schärfen will. Verstärkte Kooperationen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Energie, Bildung und Wirtschaft stehen auf der Agenda. Ein sichtbares Zeichen dieser Ambitionen ist die erneute Präsenz saarländischer Akteure auf der Viva Technology in Paris, einer der bedeutendsten europäischen Messen für Innovation und digitale Technologien. Das kleine Bundesland an der französischen Grenze macht damit klar, dass es seinen geografischen Vorteil nicht dem Zufall überlassen, sondern strategisch nutzen will.

Nach einem Jahrzehnt am Boulevard St. Germain ist das Verbindungsbüro längst mehr als eine Adresse. Es verkörpert den Anspruch des Saarlandes, im deutsch-französischen Dialog nicht nur mitzureden, sondern aktiv mitzugestalten – als Vermittler zwischen zwei Sprachwelten und als Impulsgeber für ein Europa, das auf regionaler Ebene zusammenwächst.

Anzeige
Anzeige