Die Schließung der Urologie an den Knappschaft Kliniken Sulzbach zum 31. März 2026 reißt eine Lücke in die saarländische Gesundheitsversorgung – doch das Diakonie Klinikum Neunkirchen soll sie füllen. Gemeinsam mit dem UroNetzwerk Saar will die Einrichtung ein ergänzendes Angebot im ambulanten und stationären Bereich aufbauen, das die wegfallenden Kapazitäten kompensiert. Das saarländische Gesundheitsministerium strebt an, den neuen Versorgungsauftrag bis Mitte des Jahres auf den Weg zu bringen.

Bereits am 15. Dezember 2025 hatte die Knappschaft Kliniken Sulzbach das Ministerium über das bevorstehende Aus der Fachabteilung informiert. In der Folge prüfte die Landesbehörde zunächst, ob der Träger selbst die Versorgung weiterhin sicherstellen könnte. Als sich diese Option zerschlug, wurden alternative Wege gesucht – und in Neunkirchen gefunden. Die räumliche Nähe zu Sulzbach und die bereits vorhandene urologische Expertise am Diakonie Klinikum gaben den Ausschlag.

In die Verhandlungen waren neben den Krankenkassen auch die drei großen saarländischen Klinikträger eingebunden: das Klinikum Saarbrücken, die SHG Völklingen und das Universitätsklinikum des Saarlandes. Alle drei hatten nach Bekanntwerden der Schließung befürchtet, dass insbesondere bei ambulant-urologischen Operationen sowie bei der zugehörigen Vor- und Nachbehandlung eine spürbare Versorgungslücke entstehen würde.

Gesundheitsminister Magnus Jung unterstrich die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Die Träger und die Diakonie stehen gemeinsam mit den Kostenträgern sowie dem Ministerium als zuständiger Planungsbehörde in einem engen und konstruktiven Austausch. Unser gemeinsames Ziel ist es, die durch die Schließung in Sulzbach entstehende ambulante und stationäre Versorgungslücke möglichst schnell zu schließen.“ Den Aufbau des neuen Versorgungsauftrags durch die Diakonie peile sein Haus für Mitte dieses Jahres an. Dafür werde man zeitnah mit allen beteiligten Gremien die nötige Änderung des Krankenhausplans vorbereiten. Jung dankte ausdrücklich allen Akteuren für die konstruktive Kooperation.

Konkret soll das Diakonie Klinikum Neunkirchen künftig unter anderem ambulante Operationen, die konservative und operative urologische Basisbehandlung, die Steintherapie sowie prä- und postoperative Versorgung anbieten. Damit würde das Haus ein breites Spektrum abdecken, das bislang in Sulzbach verortet war. Ob der ambitionierte Zeitplan bis zur Jahresmitte eingehalten werden kann, hängt nun davon ab, wie zügig die Anpassung des Krankenhausplans durch die zuständigen Gremien gelingt.

Für Patientinnen und Patienten im Saarland bedeutet die Entwicklung vor allem eines: Die urologische Versorgung soll trotz des Wegfalls in Sulzbach ohne längere Unterbrechung gesichert bleiben. Dass sich mehrere Träger, Kassen und das Ministerium innerhalb weniger Monate auf eine gemeinsame Lösung verständigt haben, zeigt, wie dringlich der Handlungsbedarf war – und wie groß die Bereitschaft, ihn zu adressieren.