
Die saarländischen Wälder stehen weiter unter Druck – doch ein weiteres dramatisches Verschlechtern bleibt vorerst aus. Nun hat Umweltministerin Petra Berg in Saarbrücken den Waldzustandsbericht 2025 vorgestellt. Die Bilanz: Das allgemeine Schadniveau liegt auf dem hohen Stand des Vorjahres, entwickelt sich aber je nach Baumart sehr unterschiedlich.
„Wälder sind Erholungsraum, Heimat und Bestandteil der saarländischen Kulturlandschaft. Doch die Zunahme von Sturmereignissen, Hitzerekorden, erhöhter Waldbrandgefahr sowie gravierender Niederschläge mit entsprechenden Überflutungen hat Folgen für den Gesundheitszustand der europäischen Wälder, auch im Saarland. Die Wälder, wie wir sie hier kennen, werden sich im Laufe dieses Jahrhunderts verändern“, sagte Berg bei der Vorstellung des Berichts. Die Ministerin machte deutlich, dass der Klimawandel die Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft grundlegend verändert.
Eine der zentralen Aufgaben für Forstbetriebe und alle Akteure rund um den Wald sei es daher, die Widerstandskraft der Bestände zu erhöhen und die Bewirtschaftung an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. Der Umbau der saarländischen Wälder sei ein langfristiger Prozess, der viel Zeit brauche. Nach Einschätzung des Ministeriums zeigen die bisherigen Schritte jedoch, dass der eingeschlagene Kurs geeignet ist, die Wälder auf kommende Belastungen vorzubereiten.
Trotz eines niederschlagsreichen Jahres ließ sich über alle Baumarten hinweg keine deutliche Entspannung beim Gesundheitszustand feststellen. Der Anteil mittelstark und stark geschädigter Bäume bleibt hoch, wenn auch mit leichten Verbesserungen. Das gilt unter anderem für die Buche, die mit einem Flächenanteil von 23 Prozent die wichtigste Baumart im Saarland ist und als Leitbaumart gilt. Anders die Eiche: Sie nimmt 21 Prozent der Waldfläche ein, ihr Schadniveau verharrt aber auf dem hohen Stand des Vorjahres. Die Eiche wird regelmäßig von blattfressenden Insekten befallen. Positiv fällt in diesem Jahr auf, dass der Anteil der Fraßschäden bei 17 Prozent lag und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 57 Prozent.
Deutlich freundlicher ist das Bild bei einigen Nadel- und Mischbaumarten. Bei der Kiefer wurde eine spürbare Verbesserung des Kronenzustands festgestellt. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Birke, Lärche und Ahorn. Im Gegensatz dazu hat sich die Situation bei Esche und Douglasie verschlechtert, hier ist das Schadniveau deutlich angestiegen.
Großflächige Kalamitätsflächen, wie sie aus anderen Mittelgebirgsregionen bekannt sind, sind im Saarland bislang ausgeblieben. Zwar konnte der Borkenkäfer auch in diesem Jahr aufgrund der warmen Witterung drei Generationen ausbilden, sein Anteil am jährlich anfallenden Kalamitätsholz geht jedoch zurück. Insgesamt ist der Anfall von Schadholz rückläufig, auch wenn der Anteil abgestorbener und stark geschädigter Bäume weiterhin hoch bleibt.
Als wichtige Grundlage für eine stabile Entwicklung sieht das Ministerium die seit mehr als 30 Jahren praktizierte naturnahe Waldbewirtschaftung. Dazu zählen ein Laubbaumanteil von über 75 Prozent, eine breite Alters- und Baumartenstruktur sowie ein hohes Artenspektrum. Diese Struktur soll helfen, die Wälder widerstandsfähiger gegen Stürme, Trockenheit, Schädlinge und andere Folgen des Klimawandels zu machen.
Das Saarland gehört zu den waldreichsten Bundesländern. Rund 93.000 Hektar Wald bedecken etwa 36 Prozent der Landesfläche, überwiegend mit laubbaumreichen Beständen. Seit 1984 informiert der Waldzustandsbericht jährlich über den Zustand der Waldbäume und Waldökosysteme im Land. Die Ergebnisse dienen dazu, den Gesundheitszustand des Waldes systematisch zu überwachen und zu dokumentieren und bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Entscheidungen in der Forst- und Umweltpolitik. Weitere Informationen sowie der vollständige Waldzustandsbericht sind online unter www.saarland.de/waldzustandsbericht abrufbar.




















