Rückblick: Der 1. Advent hat in Homburg mit einem stillen, aber eindrucksvollen Höhepunkt begonnen. In der Protestantischen Stadtkirche in der Kirchenstraße erlebten mehr als 300 Besucher ein Adventskonzert, das nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch Erinnerungen an eine prägende Persönlichkeit der Homburger Kulturszene wachrief. Schon lange vor Konzertbeginn waren alle Plätze belegt, viele Gäste blieben stehend und verharrten in gespannter Ruhe.
Eingeladen hatte am Sonntag, 30. November, die Homburger Kulturgesellschaft zu ihrem traditionellen besinnlichen Adventskonzert. Auf dem Programm standen die Flötistin Tatjana Ruhland, der Organist Christian Schmitt sowie Roland Kunz, der moderierte und literarische Texte las. Der Rahmen blieb bewusst schlicht, die Wirkung dafür umso größer: Das Zusammenspiel von Musik und Wort sorgte für eine Atmosphäre, die hörbar auf den Beginn der Adventszeit einstimmte.
Ruhland und Schmitt präsentierten ein Programm, das sich quer durch die Musikgeschichte spannte. Werke von Johann Sebastian Bach, Max Reger, Edvard Grieg, Camillo Schumann, Claude Debussy, Johann Christian Heinrich Rinck, Wolfgang Amadeus Mozart, Gabriel Fauré, Nigel Hess und Edgar Elgar bildeten den Kern des Abends. Mal erklang die Querflöte allein, mal die Kirchenorgel, mal beide im Duett. Christian Schmitt verwandelte die Orgel der Stadtkirche in einen kraftvollen Klangkörper, während Tatjana Ruhland auf der Querflöte eine große Bandbreite an Klangfarben entfaltete.

Moderator Roland Kunz setzte dazu sprachliche Akzente. Er beschrieb die musikalischen Eindrücke als ein Farbspiel, das vom Sonnenaufgang an einem Wintermorgen über das leuchtende Orange von Sonne und Kerzenlicht bis hin zu Meeresgrün und den dunklen Tönen des Waldes reichte. Auch adventlich-warme Farbnuancen wie Violett, Rot, Burgunder und „Lavendel“ fanden sich in seinen Ausführungen wieder. Mit hörbar gut recherchierten Hintergrundinformationen gelang es ihm, diese Eindrücke für das Publikum nachvollziehbar zu machen und die musikalischen Bilder zu vertiefen.
Ein weiterer Akzent des Abends war eine Weihnachtsgeschichte von Erich Kästner, die Kunz vorlas. Zusammen mit den Variationen über „Ah, vous dirai-je, Maman“ von Johann Christian Heinrich Rinck – bekannt unter anderem durch die Melodie „… morgen kommt der Weihnachtsmann …“ – rückte sie den nahenden Nikolaustag in den Fokus. Musik und Text ergänzten sich dabei und führten das Publikum thematisch noch näher an das Weihnachtsgeschehen heran.

Besonders berührend war der Moment, als Ruhland und Schmitt Edgar Elgars „Salut d’amour“ anstimmten. Mit diesem Stück erinnerten sie an den verstorbenen Dr. Klaus Kell, der viele Jahre das Kulturamt Homburg leitete, Honorarprofessor an der Universität des Saarlandes war und die Reihe der Homburger Adventskonzerte ins Leben gerufen hatte. Die Erinnerung an ihn war im Kirchenraum deutlich spürbar und gab dem Konzert eine zusätzliche persönliche Note.

Das Publikum reagierte mit langem, kräftigem Applaus und Standing Ovations auf den Abend. Viele Besucher wirkten nach Ende des Konzerts sichtlich bewegt, die Begeisterung über die künstlerische Leistung der drei Beteiligten war unübersehbar. Die Homburger Kulturgesellschaft als Veranstalter zeigte sich dankbar für die hohe Spendenbereitschaft im Anschluss an das Konzert, für das kein Eintritt erhoben worden war.
Die beteiligten Künstler zählen zu renommierten Namen ihrer jeweiligen Sparten. Tatjana Ruhland ist 1. Soloflötistin der Stuttgarter Radiophilharmonie und OPUS KLASSIK-Preisträgerin. Christian Schmitt, ECHO KLASSIK-Preisträger, gehört zu den international gefragtesten Organisten und steht in Kürze in Chemnitz und am 14. Dezember in der Hamburger Elbphilharmonie auf der Bühne. Tatjana Ruhland spielt zudem am 7. und 8. Dezember Solokonzerte mit dem Niedersächsischen Staatsorchester in der Staatsoper Hannover sowie am 18. und 19. Dezember im Beethovensaal in Stuttgart. Roland Kunz ist als Radiomoderator des Saarländischen Rundfunks bekannt und Komponist der Oratorien-Trilogie „Der Seele Ruh“ – „PAX!“ – „HILDEGARD“.
Mit der dichten Kombination aus hochkarätiger Besetzung, sorgfältig ausgewähltem Programm und literarischen Einsprengseln ist das Adventskonzert in der Protestantischen Stadtkirche erneut zu einem markanten Auftakt der Vorweihnachtszeit in Homburg geworden.






















