Mit einer umfassenden Strategie will die Landesregierung den tiefgreifenden Strukturwandel im Saarland aktiv gestalten. Nach einem breiten Beteiligungsprozess im Zukunftsbündnis Saar, an dem Vertreter aus Wirtschaft, Arbeitswelt, Politik und Zivilgesellschaft mitwirkten, sowie mehreren Bürgerforen und einer landesweiten Befragung liegt nun ein Fahrplan vor, der die kommenden Jahre prägen soll.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger betonte bei der Vorstellung, dass der Strukturwandel nicht nur eine wirtschaftliche Herausforderung sei, sondern die gesamte Gesellschaft betreffe. „Wir haben uns bewusst entschieden, die Menschen im Land einzubeziehen und ihre Ideen in die Strategie aufzunehmen. Nur so können wir die Transformation erfolgreich gestalten.“
Im Mittelpunkt der Strukturwandelstrategie stehen drei übergeordnete Themen: die Finanzierung über den Transformationsfonds als wichtiges Investitionsinstrument, eine starke Steuerung durch die Landesregierung und die Modernisierung der Verwaltung, um Verfahren zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Daraus wurden fünf Handlungsfelder abgeleitet, die das Saarland zukunftsfest machen sollen.
Industrieland Saarland
Das Saarland soll auch künftig ein Industrieland bleiben. Dazu will die Landesregierung bestehende mittelständische Unternehmen bei der Transformation unterstützen und neue Ansiedlungen fördern. Das Mittelstandspaket bildet hier einen zentralen Baustein, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung zu sichern.
Wasserstoffland Saarland
Die Umstellung der Stahlindustrie auf Elektrolichtbogenöfen und Wasserstoff wird als Schlüsselprojekt der grünen Transformation bezeichnet. Mit dem Aufbau einer Wasserstoffakademie, einer kommunalen Wärmeplanung und dem Ausbau erneuerbarer Energien will die Landesregierung das Saarland an die Spitze dieser Technologieentwicklung führen.
Fachkräfteland Saarland
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzt die Landesregierung auf ein Bündel an Maßnahmen: von Berufsorientierung an Schulen über die Stärkung der MINT-Bildung bis hin zur gezielten Fachkräftezuwanderung. Mit der neu geplanten „One-Stop-Agency SaarWork International“ soll die Anwerbung aus dem Ausland erleichtert werden.
Zukunftsland Saarland
Die wissenschaftliche Exzellenz im Saarland soll stärker mit wirtschaftlicher Wertschöpfung verbunden werden. Mit Projekten wie dem Zentrum für Quantentechnologien, der Scheer School of Digital Sciences und dem „Saar-Inkubator“ soll das Land als Innovationsstandort gestärkt werden. Auch die Digitalstrategie und der Ausbau digitaler Infrastruktur gehören in dieses Handlungsfeld.
Lebenswertes Saarland
Nicht zuletzt geht es um die Lebensqualität. Der Ausbau der Infrastruktur, eine stärkere Förderung von Kultur und Tourismus sowie Initiativen zur Armutsbekämpfung auf Quartiersebene sollen dazu beitragen, dass das Saarland attraktiv bleibt. Beispiele sind die Modernisierung des Schienenverkehrs und ein neues Wohnraumförderungsgesetz.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Landesregierung macht deutlich, dass die Herausforderungen nicht allein im Saarland entstehen. Globale Entwicklungen wie der Krieg in der Ukraine, Handelskonflikte mit den USA oder die Transformation der Automobil- und Stahlindustrie wirken sich unmittelbar auf das Land aus.
Mit der Strategie legt die Landesregierung eine Richtschnur vor, die Orientierung bieten soll – für Unternehmen, Verwaltungen und die Gesellschaft gleichermaßen. „Der Wandel ist eine Aufgabe für uns alle“, so Rehlinger. „Wenn wir ihn gemeinsam gestalten, kann er zu einer großen Chance für das Saarland werden.“





















