
Seit Januar 2024 klafft eine Lücke in der historischen Schildmauer der Gustavsburg in Jägersburg – nun rückt die Sanierung in greifbare Nähe. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes 97.121,44 Euro für den Wiederaufbau der eingestürzten Burgmauer bewilligt. Damit endet eine Phase des Stillstands, in der trotz Ankündigungen des Landes kein Geld für die Reparatur floss und sich der Zustand des Baudenkmals weiter verschlechterte.
Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Esra Limbacher von der SPD hatte sich seit geraumer Zeit in Berlin für die Fördermittel eingesetzt. „Ich freue mich sehr, dass es mir gemeinsam mit vielen Engagierten vor Ort gelungen ist, diese Bundesfördermittel in Berlin einzuwerben“, erklärte Limbacher. Die Gustavsburg sei ein echtes Stück Heimat, ein beliebter Naherholungsort und für zahlreiche Hochzeitspaare ein Ort von besonderer Bedeutung, da dort standesamtliche Trauungen stattfinden. „Umso unerträglicher war der Zustand der Schildmauer, der sich bereits seit Jahren verschlechtert hatte und aus finanziellen Gründen nicht behoben werden konnte“, so der Abgeordnete weiter. Er hoffe, dass nach dem langen Stillstand die Arbeiten nun zügig beginnen könnten.
Bemerkenswert an dem Projekt ist die parteiübergreifende Zusammenarbeit, die Limbacher ausdrücklich hervorhob. Vom Ortsrat über den Ortsvorsteher bis hin zum Heimat-, Kultur- und Verkehrsverein Jägersburg hätten alle an einem Strang gezogen. „Gegeneinander zu arbeiten bringt niemanden weiter. Dieses Beispiel zeigt hoffentlich, was möglich ist, wenn gemeinsam für eine gute Sache gekämpft wird“, betonte er und dankte allen, die sich in der Vergangenheit für die Sanierung starkgemacht hatten.

Auch Ortsvorsteher Philip Vollmar von der CDU reagierte erfreut auf die Entscheidung aus Berlin. Er dankte dem Wahlkreisabgeordneten sowie der Stadtverwaltung für deren intensive Bemühungen um die Bundesförderung. In einem persönlichen Gespräch mit Limbacher, Vertretern des Heimat-, Kultur- und Verkehrsvereins sowie weiteren Ortsratsmitgliedern habe er nochmals für das Vorhaben geworben. Vollmar formulierte zugleich eine klare Erwartung an die Verwaltung: „Spätestens ab jetzt gibt es keine Ausreden für einen zügigen Aufbau der Mauer mehr. Die Stadtverwaltung muss jetzt alles möglich machen, dass die Mauer zeitnah aufgebaut wird. Nur so kann die Gustavsburg wieder im bekannten Glanz erstrahlen.“
Die denkmalgeschützte Gustavsburg besitzt nach Einschätzung der Landesdenkmalschutzbehörde des Saarlandes eine nationale Bedeutung – eine Voraussetzung dafür, dass das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes überhaupt greifen konnte. Dieses Programm dient dem Schutz und der Erhaltung kulturell bedeutsamer Bauwerke in ganz Deutschland. Dass die Jägersburger Burg in diesen Kreis aufgenommen wurde, unterstreicht ihren besonderen historischen Stellenwert weit über die Region hinaus.
Mit der Förderzusage verbinden die Beteiligten vor Ort die Hoffnung, dass die Gustavsburg dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt und ihr besonderer Charakter bewahrt wird. „Das ist ein guter Tag für Jägersburg und für die gesamte Region“, fasste Limbacher zusammen. Ob die Stadtverwaltung den Ball nun tatsächlich aufnimmt und die Sanierung rasch auf den Weg bringt, dürfte in den kommenden Wochen die entscheidende Frage sein.




















