Das Vogler Quartett bei den Kammermusiktagen in Homburg. - Foto: Rosemarie Kappler

Das Programm ist festgeklopft, Musiker und Organisatoren sind voller Zuversicht, dass trotz der Corona-Rahmenbedingungen auch 2021 die Konstellationen für die Internationalen Kammermusiktage in Homburg günstig sind. Es lag also nahe, diese Zuversicht auch nach außen hin zu spiegeln. Insofern kam die Idee auf, das einwöchige Programm der Internationalen Kammermusiktage 2021 unter das Motto „Constellations“ zu stellen.

Ideengeber waren die Musiker des Vogler Quartetts, die seit vielen Jahren die musikalische Leitung der alljährlich in Homburg stattfindenden und überregional bedeutsamen Kammermusiktage übernehmen. Der vom Vogler Quartett am 1. Oktober gestaltete Konzertabend im Kulturzentrum Saalbau wird eröffnet mit dem 1976 von Henri Dutilleux komponierten Streichquartett „Ainsi la nuit“. Einer der Sätze trägt eben auch den Titel „Constellations“, so dass das Motto der Kammermusiktage gleich eine mehrfache Deutung ermöglicht.

Schon 2020 bewies der Verein der Kammermusikfreunde Saar-Pfalz angesichts der bewegten Corona-Lage Stehvermögen. „Das letzte Jahr war sehr aufregend. Bis zur letzten Sekunde wussten wir nicht, ob die Kammermusik-Tage stattfinden könnten. Mit umso größerer Freude haben wir es genossen, dass es in einer winzigen Lücke – zwar mit erheblichem Aufwand – doch möglich war. Es gab eine Menge zu beachten und einzurichten, um dem Sicherheitsbedürfnis aller gerecht zu werden“, sagt die Vorsitzende Sibylle Kößler. Auch 2021 geht die Sicherheit vor. Das ist auch ein Grund dafür, warum Musikfreunde auch in diesem Herbst auf den Konzertgenuss in der Klinik-Kirche auf dem Homburger Campus verzichten müssen. Bedeutet: Sämtliche der sechs Konzerte finden im Saalbau statt.

Ausnahmsweise läuft auch der Vorverkauf über Ticket regional. Als Grund nennt Kößler die durch das Buchungssystem garantierte Abstandhaltung: „Denn wir fürchten, dass uns die Rückkehrer aus den Ferien wieder zu Hygienemaßnahmen zwingen werden, deren Einhaltung uns wichtig ist.“ Das letzte Jahr sei sehr aufregend gewesen und habe vieles auf den Kopf gestellt. Kößler schreibt im Programmheft zu den aktuellen Kammermusiktagen: „Großes Glück hatten wir mit der Treue der Mitglieder, die ein erfolgreiches Festival trotz aller Widrigkeiten möglich machte. Wir waren gut besetzt und sind trotz der Umstände erfolgreich daraus hervorgegangen.“ Für das Vogler Quartett hält Stefan Fehlandt fest: „Rückblickend waren die Konzerte im letzten Jahr auch aufgrund der Pandemie für uns alle sehr besonders. Möge dieses Jahr in jeder Hinsicht neue Perspektiven aufzeigen.“

Was die aktuellen Kammermusiktage vom 27. September bis 3. Oktober betrifft werden neben dem Vogler Quartett das Malion Quartett, das Erlendis Gitarrenquartett, das Helmut Lörscher Trio und die Instrumentalisten Pauline Sachse (Bratsche), Alexej Gorlatch (Piano), Viviane Chassot (Akkordeon) und Oliver Triendl (Piano) in wechselnden Besetzungen konzertieren. Mit Mozarts Streichquintett C-Dur KV 515 – einem der schönsten Kammermusikwerke – werden die Kammermusiktage eröffnet und Mozarts Streichquintett Es-Dur KV 614 lässt die Veranstaltungsreihe ausklingen. Fehlandt verspricht: „In musikalischer Hinsicht zieht sich der Titel ‚Constellations‘ durch alle Programme; wir haben unterschiedlichste Besetzungen in teils neuen und ungewohnten instrumentalen Kombinationen, musikalisches Neuland wird erkundet, und es erklingen zu ihrer Zeit bahnbrechende Neuerungen. Bearbeitungen, verschiedenste Stile, Tango und Jazz, auch Unbekanntes und Experimentelles, dazu Bekanntes in neuer Form fügen sich zu ganz neuen Perspektiven.“

Im Abschlusskonzert, das sei jetzt bereits verraten, wird Tim Vogler in Homburg erstmals an der Viola zu hören zu sein. Am bewährten Musiknoten-Flohmarkt halten die Kammermusikfreunde fest, ebenso an den öffentlich zugänglichen Proben und der Reihe ‚Das Vogler Quartett in der Schule‘. Traditionell wird auch wieder eine begrenzte Auflage einer Radierung des Künstlers Peter Spiegel zum Verkauf angeboten. Neu in diesem Jahr ist, dass Jochen Maas mit einer Lichtinstallation im Saalbau Akzente setzt.

Der Eintrittspreis zu den Konzerten beträgt regulär 22 € (Vereinsmitglieder: 17 €, Ermäßigt: 12 €), der Festivalpass für alle Konzerte kostet 110 € (Vereinsmitglieder: 85 €, Ermäßigt: 60 €) und berechtigt zum Besuch aller sechs Konzerte.

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