Frischer Wind in den Lehrerzimmern: Zum 1. August treten 169 angehende Lehrkräfte ihren Vorbereitungsdienst an saarländischen Schulen an. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot überreichte den Nachwuchskräften am Mittwoch persönlich ihre Einstellungsurkunden – ein Termin, der angesichts des bundesweiten Fachkräftemangels im Bildungswesen weit über symbolische Bedeutung hinausgeht.
Der Zuwachs lässt sich klar in Zahlen fassen. Gegenüber der vorangegangenen Einstellungsrunde zu Jahresbeginn ist die Gruppe der Berufseinsteigerinnen und -einsteiger von 156 auf 169 angewachsen. Für das Ministerium ist das ein belastbarer Hinweis darauf, dass die Anstrengungen zur Personalgewinnung greifen – und dass der Lehrerberuf im Saarland an Anziehungskraft gewinnt.
Den größten Anteil stellen jene 138 Frauen und Männer, die ihr Lehramtsstudium bereits abgeschlossen haben und nun ins Referendariat einsteigen. 75 von ihnen werden künftig an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien unterrichten, 35 an Grundschulen, 15 an Beruflichen Schulen und 13 an Förderschulen. Damit verteilt sich der Nachwuchs quer durch alle Schulformen des Landes.
Besonders im Blick hat die Ministerin die 30 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die parallel ihren Dienst aufnehmen. Sie verstärken die Kollegien an Gymnasien, Gemeinschaftsschulen, Förderschulen und Beruflichen Schulen – und das vor allem in jenen Fächern, in denen der Bedarf traditionell groß ist: Mathematik, Physik, Chemie und Informatik, ergänzt um Bildende Kunst und Musik. Zusätzlich startet eine Lehrkraft an einem Gymnasium einen Anpassungslehrgang nach der EU-Anerkennungsrichtlinie.
Für Streichert-Clivot ist die Personalverstärkung mehr als eine statistische Größe. „Jedes Kind verdient Menschen an seiner Seite, die an es glauben, seine Stärken fördern und ihm Mut machen, seinen eigenen Weg zu gehen“, betonte die Ministerin. Lehrkräfte seien nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Vorbilder, Wegbegleiter und Vertrauenspersonen, die Talente erkennen, Neugier wecken und Orientierung geben.
Dass sich 169 Menschen bewusst für diesen anspruchsvollen Berufsweg entschieden hätten, sei „ein wunderbares und starkes Signal für unsere Schulen und für die Kinder und Jugendlichen im Saarland“, so die Ministerin weiter. Sie würdigte ausdrücklich auch die Quereinsteigenden, die mit ihren beruflichen Vorerfahrungen einen anderen Blick auf den Schulalltag mitbrächten und so die Kollegien bereicherten.
Für die saarländischen Schulen bedeutet der Stichtag 1. August damit nicht nur den Beginn eines neuen Ausbildungsabschnitts für die jungen Lehrkräfte, sondern auch einen handfesten personellen Schub vor dem Start ins kommende Schuljahr. Die Ministerin kündigte an, die neuen Lehrerinnen und Lehrer auf ihrem Weg in den Schuldienst eng begleiten zu wollen.



















