Volles E-Werk, viel Applaus und jede Menge Anerkennung: Mit der Verleihung des Mitbestimmungspreises 2025 hat die Arbeitskammer des Saarlandes am Mittwochabend herausragende Beispiele gelebter Mitbestimmung gefeiert. Im Mittelpunkt standen Menschen, die Verantwortung übernehmen und zeigen, wie Mitgestaltung in Betrieben funktionieren kann – kreativ, fair und zukunftsorientiert.
Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs vergab die Jury zwei erste Preise: an die Betriebsräte von PUREM by Eberspächer in Neunkirchen und John Deere GmbH & Co. KG in Saarbrücken. Beide Teams überzeugten mit Projekten, die Beschäftigung sichern und den Wandel aktiv gestalten – und das mit Beteiligung aller Mitarbeitenden.
„Mitbestimmung ist das Fundament einer gerechten und zukunftsfähigen Arbeitswelt“, sagte Jörg Caspar, Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes. „Die prämierten Projekte zeigen, dass Beschäftigte und ihre Vertretungen längst Gestalter des Wandels sind – nicht nur Mitläufer. Dass wir gleich zwei erste Preise vergeben, unterstreicht die Vielfalt und die Innovationskraft, die in den Betrieben steckt.“
Der Betriebsrat von PUREM by Eberspächer entwickelte einen Transformationsfonds, mit dem das Unternehmen und die Belegschaft gemeinsam Zukunftsprojekte finanzieren. Teile von Sonderzahlungen fließen in den Fonds, den das Unternehmen zusätzlich aufstockt. Damit werden neue Produkte am Standort Neunkirchen gefördert und Arbeitsplätze langfristig gesichert. Besonders bemerkenswert: Die Mittelverwendung erfolgt nur im Einvernehmen aller Parteien – während der Laufzeit sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.
Ebenfalls mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde der Betriebsrat von John Deere. Das Team überzeugte mit einem innovativen Arbeitszeitmodell, das auf schwankende Auftragslagen flexibel reagiert, ohne Beschäftigung zu gefährden. Es kombiniert flexible Arbeitszeiten, Teillohnausgleich und gezielte Weiterbildungsphasen – ein Beispiel, wie Mitbestimmung Sicherheit schafft, selbst wenn Märkte in Bewegung sind.
Den dritten Preis erhielt der Betriebsrat der KiTA Kinderland im Kreis Saarlouis gGmbH. Sein Projekt für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) zeigt, wie Kolleginnen und Kollegen nach längerer Krankheit Schritt für Schritt zurück in den Beruf finden können. Die Jury lobte das Konzept als „wegweisend“ – gerade in einer Branche, die stark unter Fachkräftemangel leidet.
Erstmals verlieh die Jury außerdem einen Sonderpreis: Die Schwerbehindertenvertretung der Vereinigte Volksbanken eG wurde für ihr langjähriges Engagement geehrt. Sie setzt sich nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch überbetrieblich für die Rechte und die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung ein.
„Diese Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, dass Mitbestimmung mehr ist als Mitreden“, fasste Caspar zusammen. „Sie bedeutet: anpacken, gestalten und gemeinsam Verantwortung übernehmen – für sichere Arbeitsplätze und eine solidarische Zukunft.“




















