Symbolbild
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Aus- und Weiterbildung sind elementare Grundpfeiler eines Landes. Nur durch sinnvolle und umfangreiche Bildungskonzepte ist es möglich, die wichtigen Fachkräfte für den heimischen Arbeitsmarkt auszubilden und sie fit zu machen für Themen wie Globalisierung und Digitalisierung. In diesem Zusammenhang kann es wichtig sein, den Blick über den Tellerrand zu wagen, Trends zu erkennen und neue Konzepte zu entwickeln, die dafür sorgen, dass das die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten den Anforderungen eines sich verändernden Arbeitsmarktes gerecht werden. 

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Vor diesem Hintergrund fand vom 14. bis 16. März 2022 auch in diesem Jahr wieder die bundesweite Woche der Ausbildung statt. Die Bundesagentur für Arbeit entwickelte mit ihren regionalen Vertretungen ein abwechslungsreiches und umfassendes Angebot für Schülerinnen und Schüler, Aus- und Weiterbildungsstätten, Unternehmen, Eltern und Betreuungspersonen. Der Fokus lag in diesem Jahr vor allem auf einer Erweiterung beruflicher Perspektiven, einer offenen und zukunftsfähigen Herangehensweise an das Thema Arbeitsmarkt und der Entwicklung von Konzepten, die es ermöglichen, Menschen nicht nur bei ihrem ersten Schritt ins Berufsleben zu begleiten, sondern den langen und häufig verzweigten Weg durch die berufliche Entwicklung in all seinen Phasen kompetent und zielführend mitzugestalten. 

Abseits klassischer Wege: Ungewöhnliche Ausbildungsberufe entdecken

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Seinen Weg in die Arbeitswelt zu finden und ihn auch langfristig mit persönlichem Engagement zu gehen, ist nicht leichter geworden. Die Entscheidung für ein Berufsbild und den damit verbundenen Werdegang hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Umso wichtiger ist es, dass potenzielle Bewerber die Vielfalt kennen, die ihnen der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bietet. Aus diesem Grund hat die bundesweite Woche der Ausbildung in diesem Jahr ein paar eher ungewöhnliche Berufe beleuchtet und damit gezeigt, dass es viele berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auch jenseits klassischer Wege gibt. 

Croupier/Croupière

Diese Berufsbezeichnung für geschultes Fachpersonal, das in Casinos und Spielbanken unterschiedliche Aufgaben im aktiven Spielbetrieb übernimmt und im direkten Kundenkontakt wesentlichen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens hat. Die Ausbildung findet nicht an einer staatlichen Berufsschule statt, sondern direkt im Unternehmen oder an einer speziellen Casinoschule. Croupiers/Croupières lernen on the job die komplexen Abläufe eines Casinos kennen und entwickeln wichtige soziale Kompetenzen, um das Spielerlebnis aktiv mitgestalten zu können. 

Je nach Ausbildungsschwerpunkt und persönlichen Interessen kann die Ausbildung zwei bis acht Monate dauern. Sie beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Einheiten. Interessante neue Facetten und Einsatzmöglichkeiten hat das Berufsbild durch die Verbreitung von Online Casinos erhalten. Als virtueller Gastgeber werden zusätzliche Kompetenzen und Fachkenntnisse erforderlich. So müssen sich Mitarbeiter im Online Casino beispielsweise mit den modernen Möglichkeiten elektronischer Zahlungsverfahren auskennen. Hier hat sich das Angebot für Kunden stark gewandelt. Neben klassischen Zahlungsmitteln wie Lastschrift und EC-Karte können Nutzer im seriösen Online Casino Sofortüberweisung oder andere Systeme als Zahlungsoption wählen. Bei einigen Anbietern haben sich Kryptowährungen als neue Zahlungsmöglichkeit etabliert und neue Synergien entstehen lassen. 

Für das Berufsbild des Croupiers / der Croupière steht aber vor allem der persönliche Kontakt mit den Gästen im Vordergrund und dieser erfordert soziale Kompetenz. Vor allem im Live Casino Modus der Online-Anbieter sind die Mitarbeiter gefordert, wenn es darum geht, auch über den Bildschirm echtes Casinofeeling zu transportieren. So entsteht ein ungewöhnliches, aber abwechslungsreiches Berufsbild mit Entwicklungspotenzial. 

3-D-Design

Eine Ausbildung im Bereich 3-D-Design gewinnt immer stärker an Bedeutung. Einige renommierte Akademien und Designschulen haben den Ausbildungsgang bereits in ihr Portfolio aufgenommen. Thematisch ist das 3-D-Design eng mit dem Gamedesign verbunden und tatsächlich fassen viele ausgebildete 3-D-Designer/innen in der Gamingbranche Fuß. Die Ausbildung umfasst je nach Schwerpunkt und persönlichen Interessen ein bis drei Jahre und wird vor allem in Städten und Regionen mit starkem Medienschwerpunkt angeboten. 

3-D-Designer/innen entwickeln realitätsnahe Konzepte am Computer und lassen sie in der virtuellen Welt Wirklichkeit werden. Moderne Technologien im Bereich Virtual Reality bilden die Basis für dieses kreative, vielseitige und zukunftsorientierte Berufsbild. 

Papiertechnologe/in

Auch im Zeitalter der Digitalisierung hat Papier noch eine große Bedeutung. Papiertechnologen/innen sind Experten für dieses kostbare und vielseitige Material. Sie kennen den Herstellungsprozess für Papier und Karton in all seinen Teilbereichen, wissen um die komplexen Mechanismen von Papiermaschinen und Produktionsstraßen und wissen, worauf es beim Papierrecycling ankommt. Um Papiertechnologe/in zu werden, ist eine dreijährige Ausbildung erforderlich. Diese wird teilweise in der Berufsschule und teilweise im Betrieb absolviert. Im Anschluss an den vielschichtigen Ausbildungsgang können Absolvent/innen in jeden Teilbereich der Papier- und Kartonproduktion einsteigen und sich in vielfältige Richtungen weiterbilden. 

Dies sind nur drei Beispiele für ungewöhnliche Ausbildungsberufe, die aufzeigen, wie vielfältig der Weg in den Beruf und durch das gesamte Arbeitsleben gestaltet sein kann. Die Woche der Ausbildung lädt junge Menschen ein, individuelle Wege zu wählen. 

Mehr Ausbildung wagen: Assistierte Ausbildung (AsA) schließt die Lücke zwischen Unternehmen und Bewerbern

Mit der Initiative „Mehr Ausbildung wagen“ möchte die Agentur für Arbeit Möglichkeiten aufzeigen, um die Lücke zu schließen zwischen den Anforderungen moderner Unternehmen und den Kompetenzen, die Bewerber/innen in den Arbeitsmarkt einbringen können. Hier ist auch die Arbeitsagentur des Saarlandes federführend mit dabei. 

Die Initiative ruft dazu auf, den Fachkräftemangel in Deutschland aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und Chancen statt Mängel in den Fokus zu nehmen. Häufig decken Bewerber/innen bereits einen Großteil der gestellten Anforderungen an ein Ausbildungsprofil ab. Weil einzelne Kompetenzen fehlen, kommt es häufig trotzdem nicht zur Zusammenarbeit oder der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung scheint schwer zu erreichen. Die Agentur für Arbeit möchte mit ihrem Konzept der Assistierten Ausbildung (AsA) die Lücke zwischen Ausbildungsbetrieben und Bewerber/innen oder Auszubildenden schließen, indem sie Unternehmen umfangreiche Unterstützung in der Aus- und Weiterbildung anbietet. 

Durch zusätzliche Angebote soll Auszubildenden die Möglichkeit gegeben werden, fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, die ihnen für einen erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung noch fehlen. Auf diese Weise soll das Potenzial der Bewerber/innen besser ausgeschöpft werden, um in Zukunft mehr Fachkräfte für den regionalen Arbeitsmarkt ausbilden zu können. 

Lebensbegleitende Berufsberatung: Wie die Ausbildung zum echten Chancengeber wird

Eine Ausbildung soll den Weg in ein erfolgreiches Berufsleben ebnen. Dabei müssen zunächst etliche Hürden genommen werden, insbesondere die Wahl des passenden Ausbildungsberufes und die Finanzierung der persönlichen Aus- und Weiterbildung. Die Bundesagentur für Arbeit möchte verschiedene Wege beleuchten, von der betrieblichen und schulischen Ausbildung über bezahlte Praktika bis hin zu dualen Studiengängen, die Erwerbstätigkeit und Aus- und Weiterbildung in Einklang bringen. 

Insbesondere im Bereich der Weiterbildung sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die auch nach dem Eintritt ins Berufsleben noch eine erfolgreiche und individuelle Weiterentwicklung fördern. Dabei geht es um weiterbildende Maßnahmen wie Aufbaustudiengänge, duale Studiengänge und Ausbildungen, Wiedereinstiege ins Berufsleben, Quereinstieg und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Teilzeit. Schließlich gibt es viel mehr als den direkten Weg. 

Moderne Ausbildungsstrukturen machen den Markt zukunftsfähig

Mit der Woche der Ausbildung möchte die Bundesagentur für Arbeit allen Akteuren des deutschen Bildungs- und Arbeitsmarktes den Weg in eine produktive Zukunft weisen. Im Fokus steht die Nutzung vorhandener Potenziale durch neue Möglichkeiten und Ansätze der Aus- und Weiterbildung. Berufsbildung wird nur dann zu einem echten Chancengeber, wenn sie lebensbegleitend gestaltet werden kann, Bewerber/innen, Absolvent/innen und Berufstätige in ihrer jeweiligen Lebenssituation abholt und ihnen Chancen für eine erfolgreiche und selbstbestimmte Zukunft aufzeigt. 

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