Bild: KSK/ Adobe Stocks

Bei nicht wenigen Vereinen geht es mittlerweile nur noch um Eines: die Existenz. Ohnehin schon klamme Kassen wurden durch Lockdown, Spielverbote und Veranstaltungsabsagen noch weiter strapaziert. Da tut jeder Euro Not. Eine Möglichkeit, die Lage zumindest etwas zu verbessern, könnte das Projekt „WirWunder“ darstellen, dass die Sparkassen in Kooperation mit der Spendenplattform betterplace.org initiiert haben. Das Interesse in der Saarpfalz ist jedenfalls groß.

Von 14.000 auf über 31.000 Euro Gesamtspenden – und das innerhalb von drei Tagen. Es ist der vorläufige Höhepunkt der Aktion „WirWunder“ in unserer Region, bei der Vereine auf einer Online-Plattform der Kreissparkasse Saarpfalz Spenden für ihre Projekte sammeln können. Zustande kam das Ergebnis an nur einem Wochenende Mitte März durch eine Verdopplungsaktion, bei der jede Spende unter 100 Euro von Seiten der KSK Saarpfalz verdoppelt wurde. Anlass: der Tag des Glücks am 20. März. Glücklich über diesen Zuspruch dürften vor allem die rund 40 Vereine sein, die bisher im Rahmen von „WirWunder“ ihre Projekte vorstellen. Bekanntermaßen kommt Glück aber selten von allein und so ist es auch das Engagement der Vereine selbst, das entscheidenden Anteil an der Spendenbereitschaft von Privatleuten und Organisationen hat.

Denn sie sind es, die ihre Projekte auf der Website „WirWunder Saarpfalz“ vorstellen. „Im Grunde stellen wir nur die nötige Plattform zur Verfügung, damit die Vereine ihre Aktionen bewerben können“, erklärt denn auch Anja Ganster, die von Seiten der KSK Saarpfalz Ansprechpartnerin für die Aktion ist. Das bedeutet: die Teilnehmer sind komplett selbst für die Präsentation ihrer Projekte auf der Seite wirwunder.de/saarpfalz verantwortlich. Dennoch gibt die KSK als Betreiberin der Plattform gewisse Leitlinien vor, die von den Vereinen zu beachten sind. Logo, eine knappe Beschreibung des Vereins, Titel und Vorstellung des Hilfsprojekts sowie ein Projektfoto gehören zu den Unterlagen, die zuvor einzureichen sind. Dazu kommen noch eine Kopie des aktuellen Freistellungsbescheids des Finanzamts und die Angabe, wie viel Geld benötigt wird. Einzige formale Voraussetzung, die die Teilnehmer mitbringen müssen, ist die Gemeinnützigkeit des Vereins. Sind diese Punkte von KSK und betterplace.org geprüft, kann es losgehen.

Die beiden Ansprechpartnerinnen der KSK Saarpfalz zu WirWunder: Gabriele Gries (l.) und Anja Ganster (r.)


Das ließen sich viele Vereine nicht zweimal sagen und so ist eine außergewöhnlich breite Palette an Aktionen auf der Plattform zu finden. Mal geht es um die Schaffung eines Jugendförderraumes, mal um eine neue Gasheizung. Aber auch für Bergmannstrachten oder den Bau eines Scorer-Hauses wird um Spenden geworben. Die anvisierten Summen variieren dementsprechend auch sehr stark. Während der TV Niederwürzbach für die bessere Ausstattung der Jugendabteilung 600 Euro anpeilt, sind es für die Renovierung der Elternwohnung in der Villa Regenbogen des Vereins Herzkranke Kinder Saar rund 35.000 Euro. Was allen Projekten jedoch gemeinsam ist, ist das soziale Engagement, das mit ihnen einhergeht. Nicht umsonst lautet das Motto der KSK auf der Website auch: Gemeinsam für den Saarpfalz-Kreis.

Mit diesem Leitspruch konnten sich offensichtlich nicht wenige identifizieren und so sind es bisher rund 500 Spenden in der Gesamthöhe von über 31.000 Euro, die eingegangen sind. „Diese kommen sowohl von vielen Privatpersonen als auch von anderen Vereinen“, so Ganster. Für die Spender ist der Vorgang denkbar einfach: Mit nur wenigen Klicks kann man den gewünschten Betrag über die üblichen Zahlungsdienstleister den Vereinen zugute kommen lassen. Die Transaktionskosten müssen nicht von den Vereinen getragen werden, sie übernimmt die KSK. Auch die Spendenbescheinigung muss nicht von den Vereinen ausgestellt werden, sie kann von betterplace.org ausgefertigt werden. 

Laut Ganster ist die Resonanz der Vereine auf die Aktion sehr gut. „Natürlich hat der ein oder andere Verein mal Anlaufschwierigkeiten. Aber insgesamt ist die Resonanz durchweg positiv.“ Bei solchen Rückmeldungen stellt sich natürlich die Frage, wie es mit der Aktion in Zukunft weitergehen soll. Dazu muss man wissen, dass „WirWunder“ keineswegs wegen Corona ins Leben gerufen wurde, sondern bereits vorher geplant war. „Corona hat den Prozess letztlich nur beschleunigt“, erläutert Ganster. Dementsprechend ist „WirWunder“ auch nicht an Corona gebunden und soll auch in Zukunft weitergeführt und ausgebaut werden. Für das zweite Halbjahr 2021 sei eine Erweiterung um Crowdfunding-Projekte angedacht, wie die KSK-Mitarbeiterin verrät. „Dann könnten beispielsweise auch Privatpersonen für Projekte Geld werben, die nicht gemeinnützig sein müssen.“ Bis es so weit ist, steht aber weiterhin das Engagement für soziale Projekte im Vordergrund. Und das war wohl selten so wichtig wie in diesen Zeiten, in denen viele Vereine auf dem Zahnfleisch gehen.  

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