Der FC 08 Homburg steckt nach dem 2:2 im Bruchwegstadion weiter im Mittelmaß der Regionalliga Südwest fest und kommt nicht vom Fleck. Zwar zeigten die Grün-Weißen über weite Strecken eine ordentliche Auswärtsleistung bei der U23 des 1. FSV Mainz 05, doch erneut machten individuelle Fehler und mangelnde Konsequenz in der Defensive das Leben schwer. Nach acht Spieltagen steht das Team von Trainer Roland Seitz bei zehn Punkten – deutlich zu wenig für die eigenen Ambitionen.
Die erste Halbzeit war ein Spiegelbild der bisherigen Saison: Homburg investierte viel, kontrollierte weite Phasen, brachte sich dann aber selbst in Schwierigkeiten. Ein Foul von Steffen Nkansah führte kurz vor der Pause zum Elfmeter, den Ex-Bundesliga-Profi Yunus Malli sicher verwandelte (40.). Kapitän Mart Ristl fand klare Worte: „Wir betreiben einen riesigen Aufwand, sind dann in der einen oder anderen Situation einfach unaufmerksam, stellen keinen Körperkontakt her, keine Körperlichkeit. Und dann wird es bestraft. Der Aufwand, den wir betreiben, da muss einfach viel mehr raus springen.“
Nach der Pause erwischte es die Grün-Weißen erneut kalt. Ein einfacher Ball über die rechte Seite, Raul König stand völlig frei und erhöhte auf 2:0 (68.). Szenen wie diese ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison: Der FCH hat die Spielkontrolle, kassiert aber Gegentore, die auf diesem Niveau nicht fallen sollten. Seitz sprach hinterher von einem Spiel, das eigentlich nicht hätte verloren gehen dürfen: „Wir haben bei einer sehr heimstarken U23-Mannschaft das Spiel bestimmt. Der erste Schuss aufs Tor, dann das 0:2, da bist du normalerweise tot. Und die Mannschaft ist wieder zurückgekommen. Dass wir am Schluss hinaus noch das Spiel gewinnen können, mit der Riesenchance von Steffen Nkansah, das tut seinesgleichen.“
Dass die Moral stimmt, zeigte die Schlussphase. Manuel Kober brachte Homburg nach einer Standardsituation zurück (72.), und in der Nachspielzeit rettete Joker Nico Jörg mit seinem abgefälschten Schuss das 2:2 (90.+4). Simon Joachims, der im zweiten Spielabschnitt zum ersten Mal über 45 Minuten zum Einsatz kam, sah das Ergebnis dennoch kritisch: „Den Punkt nehmen wir mit, aber ein Sieg hätte es heute schon sein können oder müssen.“ Kapitän Ristl ergänzte: „Wir haben so viele Abschlüsse im Ansatz, aber uns fehlt die letzte Präzision. Dann kann man auch keine zwei Tore wettmachen.“ Auch Seitz verwies erneut auf die Anfälligkeit im Defensivverhalten: „Wir machen gute Spiele, aber zu viele individuelle Fehler kosten uns immer wieder Nerven.“
Auf dem Papier sind Unentschieden in Offenbach und Mainz, dazu ein Remis gegen Steinbach, respektable Ergebnisse. Aber drei Punkte aus diesen Spielen sind für eine Mannschaft, die sich selbst eher im oberen Tabellendrittel verorten sollte, schlicht zu wenig. „Es ist viel zu wenig für uns aktuell“, stellte Ristl klar. Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Zehn Punkte nach acht Spieltagen bedeuten Mittelmaß – und vor allem einen wachsenden Rückstand auf die Spitze.
Positiv bleibt die Einstellung: Der FCH gibt sich nicht auf, fightet sich zurück, egal wie widrig der Spielverlauf ist. Doch solange die im Grunde schon seit Jahren bestehenden Defensivprobleme nicht in den Griff bekommen werden, bleibt der Weg nach oben versperrt. Dabei nur den Blick auf die Viererkette zu werfen, kommt zu kurz. Immer wieder werden Zweikämpfe im Mittelfeld nicht konsequent geführt, Räume nicht geschlossen oder die notwendige Körperlichkeit vermissen lassen. Am kommenden Samstag gegen Aufsteiger Sonnenhof Großaspach braucht es deshalb also mehr als Mentalität und Spielkontrolle – es braucht auch die defensive Stabilität, die dem FCH bislang fehlt.
Aufstellung: Gelt – Steinhart, Kober, Nkansah, Steinmetz (46. Littmann) – Ristl, Gonçalves (78. Mata) – Mendler (84. Kovacic), Petermann (46. Joachims), Gouras (70. Jörg) – Suljić
Tore: 1:0 Malli (40., FE), 2:0 König (68.), 2:1 Kober (72.), 2:2 Jörg (90.+4)
Schiedsrichter: Jannis Jäschke
Zuschauer: 690
Gelbe Karten: Tauer, Schulz / Nkansah



















