Foto: FC 08 Homburg

Der FC Homburg scheint Geschmack an Last-Minute-Treffern zu finden. Nachdem man bereits im letzten Spiel gegen Aalen den Ausgleich erst mit dem Schlusspfiff erzielt hatte, gelang dies nun auch beim 2:2-Unentschieden gegen den FSV Mainz 05 II. Der FCH zeigte im Waldstadion eine deutliche Leistungssteigerung und hätte drei Punkte verdient gehabt.

Die Gemütslage bei Trainer Timo Wenzel war eine komplett andere als nach den letzten beiden Spielen gegen Walldorf und Aalen. War der Coach da noch hart mit seiner Mannschaft ins Gericht gegangen, so war er am Dienstagabend „stolz“ auf sein Team. „Ich bin heute unheimlich zufrieden mit der Leistung der Mannschaft.“ Das konnte er auch sein, denn was die Grün-Weißen gerade in der ersten Hälfte zeigten, war die bisher beste Leistung unter dem seit 7 Spielen amtierenden Übungsleiter.

Von Beginn an war zu spüren, dass sich die Mannschaft für das Spiel gegen die spielstarken Mainzer viel vorgenommen hatte. Aggressivität, Körpersprache, Kommunikation – es erinnerte kaum noch etwas an die letzten enttäuschenden Leistungen. Schnell und zielstrebig ging es nach vorne und so hatte Loris Weiß bereits nach zwei Minuten eine große Möglichkeit zum Führungstreffer. Weiß war neben Jannis Reuss und Thomas Gösweiner einer der drei, die Wenzel neu in die Startelf beordert hatte. Dafür mussten Philipp Schuck und Damjan Marceta auf der Bank Platz nehmen, während Kapitän Patrick Lienhard gelbgesperrt fehlte. Gerade der Einsatz von Gösweiner tat der Mannschaft sichtlich gut. Immer aktiv und anspielbereit, bereitete der Österreicher den Mainzer vor allem in der ersten Hälfte große Probleme.

Zur starken Anfangsphase der Grün-Weißen passte auch, dass man nach dem überraschenden Führungstreffer der Mainzer durch Lukas Quirin (10.) sofort antwortete. Nach einem abgefälschten Schuss von Phillipp Hoffmann hielt der starke Gösweiner den Fuß hin und erzielte postwendend den verdienten Ausgleich. Der FCH wurde nun immer stärker und erspielte sich gleich mehrere Hochkaräter. Doch Marcel Carl (17.), wieder Gösweiner (24.) und Hoffmann (29.) verpassten aus aussichtsreichen Positionen den längst überfälligen Führungstreffer.

Von Mainz dagegen nicht viel zu sehen. Das lag jedoch nicht etwa daran, dass der Tabellen-11. eine schlechte Mannschaft wäre. Auch im Waldstadion blitzte das fußballerische Können der U23-Mannschaft immer mal wieder auf. Doch Homburg ließ den Gästen keine ruhige Sekunde, zwang sie zu Ballverlusten und konnte so deren Offensivspiel weitgehend unterbinden.

Wie bereits in der ersten Hälfte kam der FCH auch im zweiten Spielabschnitt aus der Kabine wie die Feuerwehr. Zunächst zwang Gösweiner den Gäste-Keeper Marius Liesegang zu einer starken Parade (47.), bevor schließlich ein Versuch von Ivan Sachanenko erst auf der Linie geklärt werden konnte (53.). Erst nach einer Stunde erlahmte der Offensivdrang der Hausherren etwas. Es gelang nun nicht mehr ganz so viel, Zweikämpfe wurden vermehrt verloren und Ballverluste häuften sich.

Prompt kamen die Gäste gefährlicher vors Tor. So verfehlte Florian Bohnert das Homburger Gehäuse in der 75. Minuten nur um Zentimeter. Sechs Minuten später war es dann aber soweit: Der bis dahin tadellose Jannis Reuss zupfte Marvin Jung in einer eigentlich harmlosen Situation am Trikot und Schiedsrichter Arianit Besiri zeigte zurecht auf den Punkt. „Das war einfach ein Reflex. Ich wollte den Arm eigentlich noch wegziehen“, zeigte sich der 21-Jährige nach dem Spiel zerknirscht. „Das hat er einfach clever gemacht.“ Trotz der unglücklichen Aktion wollte Trainer Wenzel seinem Spieler keinen großen Vorwurf machen. „Das hat einfach mit einer gewissen Unerfahrenheit zu tun, die völlig normal ist mit 21“, so der 43-Jährige. „Das war heute sein erstes Spiel in der Regionalliga und er hat das bis zu der Aktion sehr gut gemacht.“

Doch erst einmal stand der Führungstreffer der Gäste, denn Lucas Hermes verwandelte den Elfer souverän (82.). Doch damit war eben noch nicht das letzte Wort gesprochen, denn Homburg gab nicht auf – und wurde belohnt. Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit als Luca Plattenhardt den Ball noch einmal in die Mitte flankte und Sachanenko per Kopf den verdienten Ausgleich erzielte.

Mit diesem Unentschieden mausern sich die Grün-Weißen immer mehr zu den Remis-Königen der Liga. Es war bereits das 13. in dieser Saison; nur der FK Pirmasens hat genauso viele Remis zu verzeichnen. Doch zumindest in diesem Spiel hätte der FCH den Sieg mehr als verdient gehabt. Es war eine gute Leistung, die man am kommenden Samstag beim Bahlinger SC bestätigen sollte.

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