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Vier von fünf Unternehmen in Deutschland vermitteln ihren Beschäftigten inzwischen digitale Kompetenzen – doch nur ein Bruchteil davon nimmt die gesamte Belegschaft mit. Gerade einmal 14 Prozent der Firmen schulen alle oder nahezu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Digitalthemen. Zwei Drittel tun dies lediglich vereinzelt, und 13 Prozent befinden sich noch im Stadium der Planung oder Diskussion. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zwischen Kalenderwoche zwei und sechs 2026 telefonisch durchgeführt hat.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst ordnet die Ergebnisse unmissverständlich ein: „Digitale Technologien spielen in allen Branchen und fast allen Berufen eine wichtige Rolle. Die umfassende Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, etwa zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz, ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.“ Dass nur fünf Prozent der befragten Firmen das Thema komplett ausblenden, klingt zunächst ermutigend. Doch der Blick auf die strategische Verankerung relativiert den Eindruck erheblich: Lediglich gut die Hälfte der Unternehmen – 51 Prozent – verfügt überhaupt über eine Strategie für digitale Weiterbildung.

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Die Hürden, die einer flächendeckenden Qualifizierung im Weg stehen, sind vielfältig und teils überraschend. Jeweils 40 Prozent der Unternehmen berichten, dass ihren Beschäftigten schlicht die Motivation für Fortbildungen zu Digitalthemen fehlt. Ebenso viele nennen Zeitmangel als zentrales Hindernis, während 28 Prozent angeben, dass das nötige Budget nicht vorhanden ist. Neben fehlender Lust und knappen Ressourcen offenbart die Studie ein weiteres strukturelles Problem: In vier von zehn Betrieben mangelt es den Beschäftigten an ausreichenden digitalen Grundkenntnissen, um überhaupt von weiterführenden Schulungen profitieren zu können.

Hinzu kommt ein Qualitätsproblem bei den Angeboten selbst. 39 Prozent der befragten Unternehmen beklagen, dass die meisten Weiterbildungen zu Digitalthemen nicht die erhofften Ergebnisse liefern. Wintergerst betont deshalb die grundsätzliche Bedeutung des Themas: „Weiterbildung und Vermittlung von Digitalkompetenzen ist keine Kür, sie ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der digitalen Transformation in den Unternehmen.“ Die Zahlen legen nahe, dass es nicht nur an der Quantität der Angebote hapert, sondern auch an deren Passgenauigkeit und Praxistauglichkeit.

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Vorgestellt wurden die Ergebnisse am 19. März 2026 anlässlich der TRANSFORM, einer Veranstaltung des Bitkom in Berlin. Am zweiten Konferenztag stand dort unter dem Titel „Work & Culture“ die digitale Arbeitswelt im Fokus. Diskutiert wurde unter anderem, welche Fähigkeiten künftig gefragt sein werden, wie sich KI-Kompetenzen sowohl in Unternehmen als auch gesamtgesellschaftlich vermitteln lassen und welche Rolle Künstliche Intelligenz als persönliches Coaching-Werkzeug für Führungskräfte spielen kann. Parallel dazu brachte ein Career Day Unternehmen mit offenen Stellen und Jobsuchende sowie Berufseinsteiger zusammen.

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Die Studie zeichnet ein ambivalentes Bild der digitalen Weiterbildungslandschaft in Deutschland. Einerseits haben die allermeisten Unternehmen erkannt, dass Digitalkompetenzen unverzichtbar sind. Andererseits fehlt es vielerorts an Strategie, Geld, Zeit – und nicht zuletzt an der Bereitschaft der Belegschaft, sich auf neue Lerninhalte einzulassen. Solange nur jedes siebte Unternehmen wirklich alle Beschäftigten mitnimmt, bleibt die digitale Transformation ein Projekt für ausgewählte Teile der Belegschaft statt für die gesamte Organisation.

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