In Niederwürzbach hat mit den „Weiherwichteln“ eine Kindertagesstätte eröffnet, die weit mehr sein soll als ein Ort zum Betreuen. Rund 2,65 Millionen Euro steuert das Saarland aus dem Programm „Kita-Turbo“ zu dem Projekt bei, dessen Gesamtkosten bei etwa 7,25 Millionen Euro liegen. Entstanden ist Platz für 33 Krippen-, 100 Kindergarten- und zehn Hortkinder.
Die neue Einrichtung ersetzt die bisherige Kita St. Hubertus und erweitert das Betreuungsangebot im Ort spürbar. Allein 23 zusätzliche Krippenplätze kamen hinzu – ein Zuwachs, der für viele junge Familien den Unterschied zwischen Wartezeit und Planungssicherheit bedeutet.
Für Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ist ein verlässlicher Kitaplatz die Grundlage dafür, dass sich Beruf und Familie im Saarland überhaupt vereinbaren lassen. „Deshalb bauen wir die Kinderbetreuung konsequent aus und investieren jeden vierten Euro im Saarland in Bildung“, betonte sie. Zugleich lenkte sie den Blick auf jene, die den Betrieb tragen: „Die Kita machen die Erzieherinnen und Erzieher aus. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank.“

Das Tempo des Baus zieht sich wie ein roter Faden durch die Reaktionen. Vom Spatenstich im Juni 2024 über das Richtfest im Mai 2025 bis zur Eröffnung vergingen nur wenige Monate. Genau dafür stehe der „Kita-Turbo“, erklärte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. Der Ausbau solle dort beschleunigt werden, wo Plätze fehlen. Parallel kündigte sie eine spürbare Entlastung an: Ab dem 1. Januar 2027 werden die saarländischen Kitas vollständig beitragsfrei.
Pädagogisch setzt die Einrichtung eigene Akzente. Als Sprach-Kita mit bilingualer Ausrichtung bringt sie den Kindern im Alltag spielerisch Sprache und Kultur des Nachbarlandes Frankreich nahe. Ergänzt wird das Profil durch religions- und waldpädagogische Angebote sowie ein regionales Bio-Frühstück. Das teiloffene Konzept lässt den Kindern Raum, eigenen Interessen zu folgen und selbstständig Neues zu erkunden.
Über den einzelnen Bau hinaus ist die Kita als zentraler Baustein der „Sozialen Mitte Niederwürzbach“ gedacht. Rund um das frühere MIP-Gebäude entsteht gemeinsam mit Grundschule, Jugendarbeit und Vereinen ein Bildungs- und Sozialcampus. Getragen wird die Einrichtung von der gemeinnützigen Bliesgau Kita gGmbH, die mehrere Häuser unter einem Dach bündelt und so fachlichen Austausch und gemeinsame Strukturen ermöglicht.

Bürgermeister Bernd Hertzler spricht von einem echten Zukunftsprojekt für den Ort. Es gehe nicht nur um dringend benötigte Plätze, sondern um einen Ort, „an dem Kinder gerne aufwachsen, lernen und sich entwickeln können“. Besonders wichtig sei ihm die Einbindung in die Soziale Mitte, aus der ein lebendiger Treffpunkt für Familien und das ganze Dorf werde. Sein Dank galt allen, die das Vorhaben mit Engagement möglich gemacht hätten.
Möglich wird der zügige Ausbau durch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes, aus dem dem Saarland rund 1,2 Milliarden Euro zufließen. Im Rahmen des Investitionsprogramms „Aufbruch Saarland“ setzt das Land auf Neubauten, Erweiterungen und moderne Bauweisen, um landesweit zusätzliche Plätze zu schaffen und Familien zu entlasten.




















