
Mehr als 80 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten in Deutschland sind weiblich – eine Zahl, die auch im Saarpfalz-Kreis Realität ist. Zum Internationalen Frauentag macht Die Linke Saarpfalz auf die strukturellen Benachteiligungen aufmerksam, denen Frauen in der Arbeitswelt nach wie vor ausgesetzt sind. Barbara Spaniol, Kreisvorsitzende der Partei, Kreistagsmitglied und Fraktionsvorsitzende im Homburger Stadtrat, richtet dabei deutliche Forderungen an Politik und Gesellschaft.
„Viele arbeiten wegen Kinderbetreuung, Pflege- und Sorgearbeit notgedrungen in Teilzeit – das bringt weniger Lohn und eine kleinere Rente. Deshalb braucht es ein Ende der Teilzeitfalle hin zu einem Rückkehrrecht auf Vollzeit“, erklärt Spaniol. Die sogenannte Teilzeitfalle betrifft vor allem Frauen, die familiäre Verpflichtungen übernehmen und dafür beruflich zurückstecken. Was kurzfristig als pragmatische Lösung erscheint, wirkt sich langfristig auf Einkommen und Altersvorsorge aus – mit gravierenden Folgen.
Denn das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen bleibt aus Sicht der Linken Saarpfalz ein ungelöstes Problem. Spaniol warnt eindringlich vor den Konsequenzen: „Durch die Lohnlücke ist der Weg in die Altersarmut vorprogrammiert, und zwar stärker als bei Männern.“ Frauen seien nach wie vor überproportional in schlechter bezahlten Berufen vertreten oder erhielten trotz gleichwertiger Arbeit weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Die wachsende Ungleichheit treffe damit genau jene, die ohnehin bereits unter schwierigeren Bedingungen arbeiten.
Die Partei fordert deshalb bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen in Berufsfeldern, die traditionell als Frauenberufe gelten. Pflege- und Sorgearbeit müsse gesellschaftlich endlich als vollwertige Arbeit anerkannt werden, betont Spaniol: „Wir setzen uns für verbindliche Pflegezeiten mit sozialer Absicherung ein, für flexible Arbeitszeiten, die mit der Pflege vereinbar sind.“ Niemand dürfe zwischen Erwerbsarbeit und familiärer Fürsorge aufgerieben werden. Gleichzeitig brauche es in Kitas und Schulen deutlich mehr Personal, damit Ganztagsbetreuung verlässlich funktioniere und Öffnungszeiten tatsächlich eingehalten werden könnten. Nur so lasse sich die Sorgearbeit gerechter auf beide Geschlechter verteilen.
„Jeder Kampf für bessere Löhne ist auch ein Kampf für mehr Gleichberechtigung“, fasst Barbara Spaniol ihre Haltung zusammen. Es sei höchste Zeit, die strukturellen Hürden für Frauen im Erwerbsleben konsequent abzubauen – nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern dauerhaft.
Wer mit den Vertreterinnen und Vertretern der Linken Homburg und Saarpfalz ins Gespräch kommen möchte, hat dazu an zwei Tagen Gelegenheit. Am Freitag, 6.3., und am Samstag, 7.3., jeweils von 10 bis 12 Uhr, stehen Aktionsstände in der Homburger Talstraße auf Höhe des Christian-Weber-Platzes bereit. Bei Kaffee und Kuchen sind alle Interessierten eingeladen, sich auszutauschen.




















