Frischer Spargel und Wildbret aus der Region auf einem Teller vereint – was zunächst nach herbstlicher Küche klingt, hat im Bliesgau gerade Hochsaison. Vom 12. bis 25. Mai laden die Genusstage des Biosphärenreservats Bliesgau unter dem Motto „Wild trifft Spargel“ dazu ein, diese ungewöhnliche Kombination in vier Gastronomiebetrieben zu entdecken. Es sind die ersten Genusstage des Jahres, und sie setzen bewusst auf das Zusammenspiel zweier saisonaler Produkte, die genau jetzt ihren kulinarischen Höhepunkt erreichen.
Dass Wild im Frühling auf den Tisch kommt, mag überraschen. Doch die Logik dahinter ist schlüssig: Viele Wildarten, etwa das Reh, sind im Frühjahr wieder bejagbar. Gleichzeitig profitiert das Fleisch von der veränderten Nahrung der Tiere. Nach dem kargen Winter sorgen frische Triebe und Kräuter für ein besonders aromatisches Wildbret. Die regionale Jägerschaft hat dem Biosphärenzweckverband die Verfügbarkeit von Wild aus der Biosphäre zugesagt, sodass die Gastronomen tatsächlich mit Fleisch aus unmittelbarer Nähe arbeiten können. Auch beim Spargel und bei den Kartoffeln greifen die teilnehmenden Betriebe auf Lieferanten aus der Region zurück – Geschäftsbeziehungen, die zum Teil seit Jahrzehnten bestehen.
Frank John, Verbandsvorsteher und Landrat des Saarpfalz-Kreises, sieht in den Genusstagen mehr als ein kulinarisches Event. „Die Verbindung von heimischem Wild und saisonalem Spargel steht sinnbildlich für regionale Identität, regionale Wertschöpfung und bewussten Genuss. Eine Tradition, die wir bewahren und zukunftsfähig gestalten müssen“, betonte er. Damit rückt er einen Gedanken in den Vordergrund, der das gesamte Konzept der Biosphären-Genusstage trägt: Kurze Wege vom Feld und aus dem Wald bis auf den Teller stärken nicht nur den Geschmack, sondern auch die Wirtschaft vor Ort.
Vier Betriebe machen bei der Frühlings-Ausgabe mit und servieren sowohl kreative als auch traditionelle Gerichte rund um die beiden Hauptzutaten. Die Gollensteinhütte in Blieskastel gehört ebenso dazu wie der Hubertushof Born in Niederwürzbach, das Landgasthaus Wintringer Hof in Kleinblittersdorf und die Taverne im Europäischen Kulturpark in Reinheim. Jeder Betrieb interpretiert das Motto auf seine eigene Weise, gemeinsam ist allen der Anspruch, ausschließlich hochwertige regionale Zutaten zu verwenden.
Wer sich die Kombination aus zartem Spargel und feinem Wildbret nicht entgehen lassen möchte, sollte rechtzeitig planen. Die Gastronomen bitten ausdrücklich um vorherige Reservierung. Zwei Wochen lang – vom 12. bis zum 25. Mai – bleibt Zeit, den Frühling im Bliesgau von seiner genussvollsten Seite kennenzulernen. Die Genusstage zeigen einmal mehr, dass das Biosphärenreservat nicht nur Naturschutzgebiet ist, sondern auch eine lebendige kulinarische Landschaft, in der Tradition und Saisonalität den Takt vorgeben.

















