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Die Gerüchteküche brodelte zuletzt heftig: Die Unsere Grüne Glasfaser (UGG) habe ihren Ausbau in Zweibrücken komplett gestoppt, hieß es in sozialen Netzwerken. Die Stadtverwaltung tritt diesen Spekulationen nun entgegen und sortiert die Lage. Das Bild ist differenzierter, als kursierende Schlagzeilen vermuten lassen, fällt aber dennoch ernüchternd aus für all jene, die auf einen flächendeckenden Anschluss gehofft hatten.

Fakt ist: Die UGG hat ihre bundesweiten Projekte neu sortiert und auch in Zweibrücken die Pläne gestutzt. Bereits angefangene Bauabschnitte werden zwar zu Ende geführt, ein lückenloser Ausbau über das gesamte Stadtgebiet hinweg liegt jedoch vorerst auf Eis. Hintergrund seien veränderte Rahmenbedingungen im deutschen Glasfasermarkt, die das Unternehmen zu einer Neupriorisierung gezwungen hätten.

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Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza zeigt sich enttäuscht, hält am Ziel aber fest: „Unser Ziel bleibt weiterhin ein möglichst flächendeckender Glasfaserausbau in Zweibrücken – sowohl in der Kernstadt als auch in den Vororten. Eine moderne digitale Infrastruktur ist ein entscheidender Standortfaktor für Familien, Unternehmen, Schulen und die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt insgesamt. Deshalb werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter daran arbeiten, zusätzliche Ausbauperspektiven für Zweibrücken zu schaffen.“ Erste Gespräche mit weiteren Anbietern habe man bereits aufgenommen.

Die Verwaltung erinnert daran, dass es sich von Anfang an um ein privatwirtschaftliches Projekt gehandelt habe. Investitionsentscheidungen lägen am Ende beim Unternehmen selbst und seien an wirtschaftliche Entwicklungen im Telekommunikationsmarkt gebunden. Trotz aller Verzögerungen, berechtigter Kritik an Bauabläufen und noch offener Mängel sei die ursprüngliche Weichenstellung richtig gewesen. Ohne sie stünde Zweibrücken beim Thema Glasfaser heute deutlich schlechter da.

Konkret will die UGG nach eigener Aussage so viele Haushalte anschließen, wie sich eigenwirtschaftlich rechnen lassen. Bis Ende 2027 betrifft das laut aktueller Planung die Vororte Mörsbach und Niederauerbach, die Stadtteile Ernstweiler und Kreuzberg sowie Teile der Innen- und Oberstadt. Wer außerhalb dieser Gebiete bereits eine Gestattungserklärung eingereicht hatte, muss zunächst nichts weiter unternehmen – über bestehende Verträge informieren die jeweiligen Internetanbieter direkt.

Dass die Stadt erst jetzt an die Öffentlichkeit geht, begründet Wosnitza mit dem Wunsch nach belastbaren Fakten: „Uns war wichtig, zunächst belastbare Informationen zu erhalten und nicht vorschnell auf Spekulationen oder Gerüchte zu reagieren. Gerade in sozialen Netzwerken erleben wir derzeit viele unterschiedliche Darstellungen. Deshalb möchten wir transparent und sachlich informieren.“ Offiziell habe man von der neuen Lage selbst erst vor wenigen Tagen erfahren.

Parallel arbeitet die Verwaltung an einem weiteren Dauerbrenner: den Bauschäden, insbesondere in Mörsbach. Bei einem Vor-Ort-Termin in der Steinackerstraße haben Stadtwerke, Stadtverwaltung, UGG, UBZ und die neue ausführende Baufirma abgestimmt, welche Schäden wie behoben werden müssen. Die nötigen Genehmigungen liegen vor, die Reparaturen sollen noch in diesem Monat beginnen. Am Ortsausgang Richtung Käshofen wurde dafür auf einem städtischen Grundstück ein Lagerplatz eingerichtet.

Neben der UGG sind weitere Akteure aktiv. Die Telekom erschließt privatwirtschaftlich die Canadasiedlung, am 27. Mai folgt der Spatenstich von 1&1 Versatel im Gewerbegebiet des ZEF. Auch der geförderte Ausbau für Gewerbeadressen im Etzelweg und am Funkturm steht kurz vor dem Start.

Rechnet man die Projekte zusammen, ergibt sich ein Mosaik: rund 2.800 Adressen entfallen auf die UGG, etwa 1.050 auf die Telekom in der Innenstadt, 260 in der Canadasiedlung, rund 50 auf den geförderten Gewerbeausbau der Telekom und weitere 50 auf 1&1 Versatel im ZEF. Perspektivisch könnten so knapp 4.500 der rund 11.800 Adressen beziehungsweise etwa 9.000 Haushalte in Zweibrücken Anschluss an das Glasfasernetz finden – eine wichtige Etappe, aber eben noch nicht das ganze Bild.

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