Wer im Saarland Bäche entschlammt, seltene Orchideen kartiert oder ganze Wochenenden für die Pflege von Streuobstwiesen opfert, soll dafür sichtbar werden. Das Umweltministerium ruft ab sofort dazu auf, Kandidatinnen und Kandidaten für die Paul-Haffner-Naturschutzmedaille vorzuschlagen. Im Herbst wird die Auszeichnung bereits zum siebten Mal verliehen, die Frist für Einreichungen läuft bis zum 13. Juli.
Für Umweltministerin Petra Berg ist die Ehrung mehr als eine symbolische Geste. „Die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die uneigennützig für den Naturschutz eintreten, haben eine Vorbildfunktion in unserer Gesellschaft“, betont sie. Ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz, so Berg, wären zentrale Aufgaben im Arten- und Landschaftsschutz schlicht nicht zu stemmen. Genau diese stille Arbeit soll mit der Medaille aus der Anonymität geholt werden.
Der Namensgeber der Auszeichnung steht für genau jene Expertise, an der es heute zunehmend mangelt. Dr. h.c. Paul Haffner, der von 1905 bis 2001 lebte, galt als einer der profiliertesten Kenner der saarländischen Pflanzenwelt und Vegetationskunde. Seine Schule fortzuführen, wird allerdings schwieriger: Die Reihen der Ehrenamtlichen lichten sich, und Menschen, die Arten zuverlässig bestimmen können, werden seltener. „Seit Jahren schrumpft die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Naturschutz“, mahnt Berg. Genau deshalb solle die Medaille auch als Signal an die nächste Generation wirken.
Geehrt werden in der Regel Einzelpersonen, in Ausnahmefällen auch Gruppen. Voraussetzung ist ein nachhaltiges, überwiegend ehrenamtliches Wirken im Natur-, Arten- und Landschaftsschutz, das seinen Schwerpunkt im Saarland hat. Der Wohnsitz der Vorgeschlagenen darf im Saarland selbst, in Rheinland-Pfalz, in angrenzenden Landkreisen oder kreisfreien Städten, in Luxemburg oder im französischen Departement Moselle liegen. Damit trägt die Auszeichnung dem grenznahen Charakter vieler Naturschutzprojekte Rechnung.
Ausdrücklich gewünscht sind in diesem Jahr auch Vorschläge zu jungen Engagierten. Das Ministerium will damit gezielt jene sichtbar machen, die früh Verantwortung übernehmen – sei es in Jugendgruppen, Vereinen oder eigenen Projekten. Die Beschreibung der vorgeschlagenen Person und ihrer Tätigkeit soll dabei kompakt bleiben und auf eine DIN-A4-Seite passen. Vorschlagsberechtigt sind die anerkannten Naturschutzverbände, die Landesregierung, die Landkreise, der Regionalverband Saarbrücken, die Städte und Gemeinden sowie jede natürliche Person.
Über die Auswahl entscheidet anschließend eine Jury, die alle Einsendungen sichtet. Die Medaille selbst wird einmal jährlich verliehen. Eingereicht werden können die Vorschläge bei der Geschäftsstelle Paul-Haffner-Naturschutzmedaille, Keplerstraße 18, 66117 Saarbrücken, oder per E-Mail an paulhaffnermedaille@umwelt.saarland.de. Bis zur Frist am 13. Juli bleibt also reichlich Zeit, jenen Menschen Respekt zu zollen, die sich oft im Verborgenen um die Natur des Landes verdient machen.




















