(Arcvhivbild) Ante Grbavac (Mitte)Foto: Markus Hagen
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Nach neun Spieltagen sieht es für den Aufsteiger in die Dritte Bundesliga Südwest, den TV Homburg, mehr als trübe aus. Mit nur einem Punkt liegt das Team von Trainer Pedro Vieira am Tabellenende und wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg.

„Das war uns schon vor der Saison klar, dass es als Aufsteiger schwer werden würde. Nun kam auch noch unser enormes Verletzungspech hinzu“, erklärt Rückraumspieler Ante Grbavac, der im linken Rückraum zu den Leistungsträgern gehört. „Wir spielen oft lange gut, halten die Spiele offen, aber nach etwa 40 Minuten kippt es meist zu unseren Ungunsten“, fasst der 31-Jährige die bisherige Saisonbilanz zusammen. So auch zuletzt bei der bitteren 30:36-Auswärtsniederlage beim Vorletzten SGSH Dragons: Bis zur 40. Minute stand es 20:20, ehe dem TV Homburg spürbar die Kräfte ausgingen.

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„Unser Kader ist einfach zu dünn besetzt, weil uns einige Spieler verletzt fehlen. Dadurch können wir während des Spiels nicht so rotieren, wie es nötig wäre, um die Kräfte über 60 Minuten besser zu verteilen“, so Grbavac. Neben ihm fehlen weiterhin Torhüter Patrick Schulz (Bizepssehnenriss im rechten Oberarm), Jan Philipp Valda (Kreuzbandanriss), Tim Altmeyer (Aufbau nach Wadenbeinbruch) und Evaldo Almeida (im Einsatz für die Nationalmannschaft Angolas). „So viele Ausfälle kann man auf diesem Niveau kaum kompensieren“, meint Grbavac, dessen 14 Tore in Halver dennoch nicht zum Sieg reichten.

Für den erfahrenen Rückraumspieler war die Torquote übrigens kein persönlicher Rekord. „Beim TSV Bayer Dormagen in der Zweiten Liga habe ich auch schon 14 Treffer erzielt, und in meiner Heimat in Kroatien waren es sogar einmal 15“, erinnert sich Grbavac. Seine Handballkarriere begann im Alter von sieben Jahren beim HRK Izvidac Ljubuski. 2016 wechselte er zu Caci KSE, zwei Jahre später zum österreichischen Erstligisten HC Linz. Ab 2019 spielte Grbavac drei Jahre für den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen, danach für Interaktiv Düsseldorf-Ratingen, ehe er sich im Juni 2024 dem TV Homburg anschloss. Mit den Saarländern stieg er prompt in die Dritte Liga auf.

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Nun hofft der Kroate auf das erste Erfolgserlebnis in dieser Saison. „Wir sollten uns endlich für den Aufwand belohnen, den wir Woche für Woche im Training und in den Spielen betreiben“, sagt Grbavac. Ob das beim Tabellensechsten Longericher SC Köln gelingt, ist allerdings fraglich. „Klar, wir sind Außenseiter – zumal Longerich zuletzt drei Mal in Folge gewonnen hat“, weiß der 1,99 Meter große und 105 Kilogramm schwere Rückraumspieler. Dennoch will sich der TV Homburg nicht aufgeben: „Platz 14 und damit die Relegation sind nur drei Punkte entfernt, und wir haben noch 21 Spiele vor uns.“ Auch in Köln gelte es, alles zu zeigen, was möglich ist. „Wir müssen unsere Kräfte besser einteilen, hinten aggressiv verteidigen und vorne effektiver abschließen. Vielleicht gelingt uns dann die Überraschung“, so Grbavac, dessen Vertrag beim TV Homburg noch bis 2027 läuft.

Auch Trainer Pedro Vieira setzt auf die kleine Außenseiterchance in Köln. „Der Longericher SC ist eine eingespielte und routinierte Mannschaft, die seit Jahren in der Dritten Liga spielt“, sagt der Portugiese. Er hat den Gegner genau analysiert: „Hinten stehen sie kompakt in einer 6:0-Formation. Da gilt es, konzentriert und schnell gute Lösungen im Angriff zu finden.“ In der Defensive müsse sein Team kämpferisch auftreten und die gegnerischen Schlüsselspieler Kreisläufer Malte Bölting und Rückraumakteur Jonas Kämper kontrollieren. „Unser Fokus liegt auf einer stabilen Abwehr. Außerdem müssen wir die Tempogegenstöße und zweiten Angriffswellen des Longericher SC unterbinden.“

Wegen der personellen Engpässe plant Vieira mit gezielterem Einsatzmanagement: „Ich muss die Spielzeiten meiner Akteure noch besser koordinieren, damit uns nicht wie zuletzt in Halver im letzten Drittel die Kräfte ausgehen.“ Trotz aller Widrigkeiten bleibt er kämpferisch: „Wir werden alles versuchen, das Beste aus dieser schwierigen Situation zu machen.“

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Auch Ante Grbavac ist überzeugt: „Wenn einmal der Knoten platzt, kommen die nächsten Erfolge von selbst.“ Aufgeben sei keine Option – weder für ihn noch für den TV Homburg.

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