Foto: Hagen — Trainer Pedro Vieira und Geschäftsführer Mike White (rechts) hoffen auf eine Überraschung mit dem TV Homburg gegen den hohen Meisterschaftsfavoriten und Tabellenführer HG Saarlouis.
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Der Blick auf die Tabelle lässt wenig Spielraum für Träumereien, doch in Homburg wird in diesen Tagen trotzdem gehofft. Wenn der TV Homburg am Samstagabend in der Sporthalle der Robert-Bosch-Schule die HG Saarlouis empfängt, trifft der Tabellenvorletzte der 3. Liga Südwest auf den souveränen Spitzenreiter – ein Saarderby mit klar verteilten Rollen, Anwurf ist um 18.30 Uhr.

Saarlouis reist als Ligaprimus an, mit bislang nur 4 Minuspunkten und damit vor der HSG Rodgau Nieder-Roden und dem TV Gelnhausen, die jeweils 5 Minuspunkte aufweisen. Der Aufsteiger aus Homburg steckt dagegen mitten im Abstiegskampf. Ein Saisonsieg gegen die Bergischen Panther und ein Remis gegen Interaktiv Düsseldorf-Ratingen bedeuten bislang nur 3 Punkte und eine prekäre Ausgangslage. Trotzdem herrscht im Homburger Lager keine Resignation, sondern eher eine Mischung aus Respekt und Kampfansage.

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„Klar ist die HG Saarlouis der große Favorit für dieses Spiel bei uns in Homburg, aber zunächst wird einmal gespielt, dann sieht man in den 60 Minuten, ob es eine Überraschung geben kann“, sagte Mike White, Geschäftsführer der Handball-Marketing GmbH des TV Homburg. Trainer Pedro Vieira formuliert es ähnlich: „Natürlich ist das eine mehr als schwere Aufgabe für meine Mannschaft. Die HG Saarlouis ist der große Favorit für dieses Spiel. Sie kommen mit viel Selbstvertrauen zu uns, nachdem sie den Kontrahenten zuletzt vom TV Gelnhausen bezwungen haben. Aber zunächst steht es 0:0 und wenn wir kämpfen, alles zeigen was möglich ist, ist vielleicht eine kleine Überraschung machbar.“ Der Portugiese hofft zudem, dass der Tabellenführer den abstiegsbedrohten Aufsteiger womöglich etwas unterschätzt.

Vieira ordnet die Kräfteverhältnisse klar ein: „Die HG Saarlouis ist der große Favorit auf den Titelgewinn, hat bisher nur bei der HSG Rodgau ein Spiel verloren. Wir freuen uns auf dieses Spiel und werden alles geben, um vor großer Kulisse der HG Saarlouis Paroli bieten zu können.“ Taktisch erwartet er Saarlouis entweder in einer 6:0-Abwehr oder in einer 3:2:1-Defensive. „Die HGS kann variabel spielen, das macht es für ihre Gegner alles andere als einfach.“ Für Homburg gehe es deshalb nicht nur um Einsatz, sondern auch darum, in Abwehr und Angriff die richtigen Lösungen zu finden.

Brisanz bekommt das Derby auch durch mehrere Wiedersehen. Yves Kunkel und Mohamend Durmishi trugen in der vergangenen Saison noch das Homburger Trikot, bevor sie zur HG Saarlouis wechselten. Auf der anderen Seite steht der 19-jährige Torhüter Fabian Schommer, der zuvor für Saarlouis aktiv war und in der vergangenen Runde 15 Einsätze für die HGS verbuchte, nun im Kader des TVH. „Das wird natürlich auch für mich ein besonderes Spiel“, meinte Schommer. „Es wird sich zeigen, ob wir dagegen halten können“, sagte er weiter und sieht durchaus die Möglichkeit, mit Homburg „für eine ganz große Überraschung sorgen zu können“.

Im Tor hat sich die Situation beim TVH zuletzt verändert. Stammkeeper Patrick Schulz, die Nummer eins im Homburger Tor, hat sich vor einigen Wochen einen Bizeps-Sehnenabriss im Oberarm zugezogen und wird voraussichtlich in dieser Saison nicht mehr spielen können. Als Reaktion verpflichtete der Verein den 31-jährigen Torhüter Robin Näckel. Auch er hat eine Vergangenheit bei der HG Saarlouis, für die er bis 2015 aktiv war, bevor er nach zwölf Jahren zur SG Handballfreunde Illtal wechselte. Zuletzt stand Näckel nicht mehr im Tor, nun soll er Homburg verstärken. Ob er am Samstag bereits aufläuft, ist offen. „Er arbeitet in der Schweiz. Mal sehen, ob er am Samstag zu uns kommen wird und spielen wird“, erklärte Vieira.

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Neben Näckel plant Mike White gemeinsam mit dem Trainerteam weitere Verstärkungen. „Ein Rückraumspieler, ob Mitte, Links oder Rechts, würde uns gut tun. Mal sehen, ob wir hier noch fündig werden“, sagte White. Bedarf besteht auch, weil Rückraumspieler Jan Philipp Valda nach einem Kreuzbandanriss noch länger ausfallen dürfte. Ebenfalls nicht zur Verfügung steht Tim Altmeyer, der zuletzt für die HG Saarlouis spielte und seit dieser Saison beim TV Homburg unter Vertrag ist. Er fehlt nach einem Wadenbeinbruch, den er vor der Saison erlitten hat. „Das Verletzungspech hat uns schon ganz schön gebeutelt. Aber wir geben noch lange nicht auf“, betonte White.

Sportlich kommt Homburg aus einer schwierigen Phase. Nach den klaren Niederlagen beim TV Gelnhausen (23:30) und in eigener Halle gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden (32:41) war das Team drei Wochen spielfrei. „Wir haben normal weiter trainiert und sehen nun der Partie gegen die HG Saarlouis schon mit einer gewissen Vorfreude entgegen“, sagte Vieira. Die Rahmenbedingungen für ein besonderes Derby sind gegeben: Statt der üblichen rund 200 Zuschauer rechnet der TV Homburg am Samstag mit bis zu 800 Handballfans in der Sporthalle der Robert-Bosch-Schule. Bis zu 600 davon könnten aus Saarlouis anreisen. Auf dem Feld und auf den Rängen dürfte der Außenseiter also gefordert sein – wie das Ergebnis dieses Handballabends ausfällt, entscheidet sich am Samstagabend auf dem Parkett.

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