Samstagmorgen im Hörsaal des Universitätsklinikums des Saarlandes: Auf der Leinwand läuft eine Live-Übertragung aus der Zentralen Notaufnahme. Team II stellt sich gerade einem Übungsszenario im Schockraum, während die Kolleginnen und Kollegen aufmerksam zusehen. Es ist der zweite Tag einer zweitägigen Fortbildung, die für das gesamte Team der ZNA fester Bestandteil der Arbeit ist – realistisch, fordernd und nah am Alltag.
Bereits am Vortag hatten die Teilnehmenden einen theoretischen Block absolviert. Dabei standen nicht nur medizinische Inhalte auf dem Programm, sondern auch Themen wie Teamkommunikation, Personalmanagement und der Umgang mit kritischen Situationen. Fachvorträge zur strukturierten Versorgung schwerverletzter und schwerkranker Menschen ergänzten den Einstieg in das Training.
Den praktischen Teil übernahm eine Firma, die auf solche Simulationen spezialisiert ist. Ihre Trainer entwickeln die Szenarien, begleiten die Übungen und geben im Anschluss ein detailliertes Feedback. „Der externe Blick ist uns besonders wichtig“, betont Dr. Angela Thiel-Bodenstaff, ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme. „Wir wollen unsere Patienten mit höchstmöglicher Expertise versorgen und gleichzeitig kritisch prüfen, wo wir uns verbessern können.“
Auch Oliver Bieg, pflegerischer Leiter der ZNA, hebt den Mehrwert hervor: „Alle beteiligten Berufsgruppen trainieren gemeinsam und genau in der Rolle, die sie auch im echten Notfall einnehmen.“ Jedes der sechs Teams bestand aus vier Mitgliedern – jeweils zwei aus Anästhesie und zwei aus Innerer Medizin oder Chirurgie, ärztlich und pflegerisch besetzt. Diese Zusammensetzung entspricht der Praxis im Ernstfall, wenn im Schockraum unter Zeitdruck Entscheidungen fallen müssen.
Im Zentrum des Trainings standen realistische Szenarien: Schwerstverletzte mussten stabilisiert, Diagnosen gestellt und Übergaben vom Rettungsdienst koordiniert werden. Neben der medizinischen Präzision spielte dabei die Kommunikation eine entscheidende Rolle. Denn jeder Handgriff muss sitzen, wenn Minuten über Leben und Tod entscheiden.
Doch nicht nur das aktive Üben brachte Erkenntnisse. Auch das Beobachten anderer Teams und die anschließende Nachbesprechung im Hörsaal waren Teil des Programms. Gemeinsam wurden Abläufe analysiert, Fehlerquellen besprochen und Lösungswege entwickelt. „Diese Einheiten stärken nicht nur die Fachkompetenz, sondern auch das Verständnis für die Arbeit der anderen Berufsgruppen“, so Bieg.

Insgesamt durchliefen 24 Mitarbeitende der ZNA das Training und erhielten zum Abschluss ein Zertifikat. Währenddessen lief der Betrieb in der Notaufnahme uneingeschränkt weiter. Kolleginnen und Kollegen, die nicht am Training beteiligt waren, übernahmen die Versorgung der realen Patienten. Beim nächsten Termin werden die Rollen getauscht.
Für die Leitung der Zentralen Notaufnahme ist die Fortbildung ein unverzichtbarer Baustein. „Regelmäßige Simulationen bringen uns alle zusammen“, fasst Dr. Thiel-Bodenstaff zusammen. „Das verbessert nicht nur die Patientensicherheit, sondern stärkt auch die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg.“ Am Ende steht das Ziel, für jeden Notfall bestens gerüstet zu sein – Tag für Tag, rund um die Uhr.



















