Rund 213 Millionen Kubikmeter Abwasser hat der Entsorgungsverband Saar allein im vergangenen Jahr behandelt – eine Zahl, die eindrücklich zeigt, welche Dimension die Abwasserreinigung im Saarland hat. Anlässlich des Weltwassertags am 22. März 2026 macht der EVS auf die Bedeutung seiner Infrastruktur aufmerksam und richtet zugleich einen klaren Appell an die Bevölkerung: Saubere Gewässer brauchen nicht nur moderne Technik, sondern auch das Zutun jedes Einzelnen.
Insgesamt 136 Kläranlagen reinigen Tag für Tag das Abwasser sämtlicher saarländischer Haushalte und Gewerbebetriebe, bevor es in Bäche und Flüsse zurückfließt. Dahinter steht ein Netz aus 293 Pumpwerken, 625 Regenüberlaufbecken und Staukanälen sowie Hauptsammlerleitungen mit einer Gesamtlänge von 1.100 Kilometern. Diese Infrastruktur sichert nicht nur die Wasserqualität, sondern schützt auch die Artenvielfalt in den Gewässern des Landes – eine Leistung, die im Alltag oft unsichtbar bleibt.
Doch selbst die leistungsfähigste Anlage stößt an ihre Grenzen, wenn das Abwasser mit Dingen belastet wird, die dort nicht hingehören. Feuchttücher und andere Hygieneartikel etwa verknoten sich auf dem Weg zur Kläranlage zu festen Strängen, die Pumpen blockieren und kostspielige Reparaturen nach sich ziehen. Falsch entsorgte Medikamente, Putzmittel, Farben oder Speisefette stören die biologischen Reinigungsprozesse empfindlich. Im schlimmsten Fall gelangen diese Stoffe trotz Aufbereitung in die Gewässer und schädigen dort Tiere und Pflanzen.
Der EVS empfiehlt deshalb, Hygieneartikel, Fette und Öle konsequent über die Restabfalltonne zu entsorgen statt über die Toilette. Medikamente – auch flüssige – gehören ebenfalls in den Restabfall, während Chemikalien über das Ökomobil abgegeben werden sollten. Was simpel klingt, hat in der Praxis erhebliche Wirkung: Weniger Störstoffe im Abwasser bedeuten weniger Ausfälle, geringere Kosten und letztlich sauberere Flüsse.
Parallel investiert der Verband fortlaufend in die Modernisierung seiner Anlagen, um mit den steigenden Anforderungen an die Abwasserreinigung Schritt zu halten. Ein bemerkenswerter Nebeneffekt dieser Entwicklung: Zahlreiche Kläranlagen erzeugen inzwischen selbst Energie und tragen damit zu einem ressourcenschonenderen Betrieb bei. Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit gehen hier Hand in Hand.
Der Weltwassertag, den die Vereinten Nationen jedes Jahr am 22. März begehen, soll weltweit das Bewusstsein für den Wert der Ressource Wasser schärfen. Im Saarland nutzt der EVS diesen Anlass, um daran zu erinnern, dass der Schutz von Gewässern eine gemeinschaftliche Aufgabe ist. Wasser sei Lebensgrundlage, Lebensraum und ein Stück Lebensqualität zugleich, betont der Verband – und bittet die Bürgerinnen und Bürger, sowohl mit den Abwasseranlagen als auch mit den Gewässern wertschätzend umzugehen. Wer sich über die Arbeit des EVS, die Abwasserreinigung oder Berufe in diesem Bereich informieren möchte, findet weiterführende Informationen unter www.evs.de
















