Eine Woche vor dem Auslaufen des Tankrabatts kommt an den Zapfsäulen noch einmal Bewegung in die Preise – und zwar nach unten. Wer derzeit tankt, zahlt spürbar weniger als in der Vorwoche. Der ADAC hat die aktuellen Kraftstoffpreise ausgewertet und sieht trotz des Rückgangs weiterhin Luft nach unten.
Im bundesweiten Mittel kostet ein Liter Super E10 aktuell 1,817 Euro. Das sind 3,7 Cent weniger als noch in der Vorwoche. Noch deutlicher fällt der Rückgang beim Diesel aus: Mit durchschnittlich 1,731 Euro je Liter ist der Selbstzünder-Kraftstoff um 6,6 Cent günstiger geworden. Damit bewegen sich die Spritpreise wieder auf einem Niveau, das sie zuletzt unmittelbar vor beziehungsweise kurz nach Beginn des Irankriegs erreicht hatten. Die Schere zwischen Benzin und Diesel öffnet sich dabei weiter.
Aus Sicht des Automobilclubs ist die Entlastung an den Tankstellen jedoch nur ein Etappenerfolg. Das Preisniveau bleibe trotz des Rückgangs zu hoch, mahnt der ADAC. Schließlich greife bis Monatsende noch der Tankrabatt, der die Energiesteuer um insgesamt rund 17 Cent je Liter senkt. Hinzu kommt der Blick auf die Rohstoffmärkte: Der Ölpreis der Sorte Brent notiert derzeit bei rund 77 US-Dollar, und auch wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Boden verliert und seinen tiefsten Stand seit einem Jahr markiert, sehen die Verbraucherschützer noch Spielraum für günstigere Preise.
Mit dem Monatswechsel dürfte sich das Bild jedoch schlagartig drehen. Wenn der Tankrabatt ausläuft, ist nach Einschätzung des ADAC damit zu rechnen, dass Benzin und Diesel rasch wieder um rund 17 Cent je Liter teurer werden. Der Club rät Autofahrerinnen und Autofahrern deshalb, den Tank noch rechtzeitig zu füllen. Als idealer Zeitpunkt gilt der 29. Juni – und zwar möglichst vor 12 Uhr mittags. Wer bis zum 30. Juni wartet, riskiert, dass die Mineralölkonzerne die Preise an den Zapfsäulen bereits leicht anheben, um sich für die Folgetage einen Puffer zu verschaffen.
Unabhängig vom auslaufenden Rabatt lohnt sich ohnehin ein genauer Blick auf die Uhr. Kurz vor 12 Uhr mittags sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf typischerweise am niedrigsten, ehe sie zur Mittagszeit kräftig anziehen und im Laufe des Nachmittags wieder langsam abbröckeln. Wie groß die Spannweite ist, zeigen die Daten des vergangenen Monats: Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Moment eines Durchschnittstags lagen 14,6 Cent je Liter bei Super E10 und sogar 18,4 Cent beim Diesel.
Wer zusätzlich sparen will, kommt um einen Preisvergleich kaum herum. Die App „ADAC Drive“ listet rund um die Uhr die aktuellen Preise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt finden sich zudem auf den Onlineseiten des Automobilclubs unter www.adac.de/tanken.



















