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Deutschland hat eine neue digitale Hauptstadt: Stuttgart hat München von der Spitze des Smart City Index verdrängt und führt das Ranking der digitalsten deutschen Großstädte erstmals an. Mit 92,8 von 100 möglichen Punkten liegt die baden-württembergische Landeshauptstadt knapp vor München mit 92,0 Punkten und Hamburg mit 91,5 Punkten. Damit ist Stuttgart nach München und Hamburg erst die dritte Stadt, die das Digital-Ranking seit seiner Premiere vor sieben Jahren anführt.

Was Stuttgart auszeichnet, ist die Digitalisierung in der Breite. Als einzige der 83 untersuchten Großstädte platziert sich die Stadt in allen fünf Bewertungskategorien unter den besten zehn: Rang eins bei Energie und Umwelt, Platz drei in der Verwaltung, Rang sechs bei IT und Kommunikation, Platz sieben bei Gesellschaft und Bildung sowie Rang acht in der Mobilität. „Stuttgart liegt beim Smart City Index vorn, weil sie Digitalisierung in aller Breite angeht und als einzige Großstadt in allen Bereichen liefert“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. München und Hamburg blieben ebenfalls auf dem Podium und seien in vielen Feldern weiter Vorreiter.

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Der Digitalverband Bitkom legt das Ranking in diesem Jahr zum achten Mal vor, kurz vor der Smart Country Convention in Berlin. An der Spitze wird es dabei zunehmend eng: Zwischen Platz eins und Platz drei liegen nur noch 1,3 Punkte, im Vorjahr waren es 2,2. Auch das allgemeine Niveau klettert. Für einen Top-10-Platz reichten 2023 noch 76,6 Punkte, in diesem Jahr waren 85,5 nötig. Im Schnitt erzielen Deutschlands Großstädte inzwischen 73,8 Punkte.

Die größten Sprünge gelingen Städten aus dem Mittelfeld. Erlangen verbessert sich um 19 Plätze auf Rang 56, vor allem dank einer digitalisierten Verwaltung, in der mittlerweile alle abgefragten OZG-Leistungen online verfügbar sind. Ebenfalls 19 Ränge gutmachen kann Hildesheim, das nun auf Platz 60 liegt und in allen Ämtern auf eAkte, Dokumentenmanagement und Künstliche Intelligenz setzt. Mönchengladbach rückt um 18 Plätze auf Rang 12 vor und schafft es erstmals unter die besten 20, auch dank einer KI-gestützten Verkehrssteuerung. Bremen wiederum setzt seinen Aufstieg fort und hat sich binnen zwei Jahren von Platz 71 auf Rang 29 katapultiert.

Auf der anderen Seite gibt es deutliche Verlierer. Paderborn, Heilbronn und Koblenz büßen jeweils 16 Plätze ein, Dresden rutscht um zwölf Ränge auf Platz 30 ab, nachdem die Stadt an der Elbe 2023 noch in den Top 10 stand. „Wer ein Jahr nur ein bisschen auf die Bremse tritt, verliert“, kommentiert Wintergerst. Städte, die zurückfallen, seien in der Regel nicht weniger digital als zuvor – nur seien die anderen an ihnen vorbeigezogen. Schlusslicht bleibt Remscheid mit 47,3 Punkten.

Bemerkenswert sind auch die stillen Spezialisten. Krefeld holt gemeinsam mit Nürnberg die volle Punktzahl in der Verwaltung, landet im Gesamtranking aber nur auf Platz 45. Darmstadt gewinnt die Kategorie Gesellschaft und Bildung, kommt insgesamt jedoch nur auf Rang 28. „Viele Städte sind in einzelnen Bereichen richtig gut, auch wenn es in der Gesamtschau nicht für eine Top-Platzierung reicht“, so Wintergerst. Wichtig sei es, voneinander zu lernen und vorbildliche Lösungen über die eigene Stadtgrenze hinaus sichtbar zu machen.

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Bei den Bundesländern gibt es eine Verschiebung, die dem Spitzenergebnis widerspricht: Bayern zieht mit im Mittel 79,9 Punkten an Baden-Württemberg vorbei, obwohl München seine Führung an Stuttgart abgeben musste. Für den Index wurden insgesamt 14.442 Datenpunkte erfasst, überprüft und validiert. Alle 83 Städte lieferten dabei belegte Angaben – die Rücklaufquote lag erneut bei 100 Prozent. Die digitale Transformation von Kommunen und Behörden steht auch im Zentrum der Smart Country Convention, die vom 13. bis 15. Oktober 2026 in Berlin stattfindet.

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