Bild: Bill Titze

Gerade hat auch in Kirrberg für einige Erstklässler die Schule begonnen. Dabei ist für viele jedoch nicht nur die erste Stunde Mathe oder der Umgang mit den neuen Mitschülern eine Herausforderung, sondern ebenso der Schulweg. Um diesen in Zukunft sicherer zu gestalten, wurden nun sogenannte Street-Buddies aufgehängt. Was zunächst einfach klingt, war eine zeitraubende Angelegenheit.

Wer die insgesamt vier bunten Figuren im Umfeld des Kreisels in der Kirrberger Ortsmitte sieht, der würde nicht im Traum darauf gekommen, dass dahinter viel Arbeit steckt. Sage und schreibe seit Frühjahr 2020 sind jedoch Mitglieder des Ortsrates aktiv, um die Warnzeichen aufhängen zu können. Besonders ins Zeug gelegt hat sich Gerhard Väth, der eine Unmenge an Gesprächen geführt hat, damit die Grundschüler der direkt nebenan gelegenen Grundschule in Zukunft etwas sicherer unterwegs sind.

„Rund 500 Autos sind hier zwischen 7 und 8 Uhr morgens unterwegs“, sagt Väth, wieso er gerade an dieser Stelle dringenden Handlungsbedarf sieht. „Die einen fahren gezielt langsam, andere richten sich aber nicht nach den Geschwindigkeitsbegrenzungen.“ Bisher ist zwar nichts tatsächlich Sicherheitsrelevantes vorgefallen, doch wieso eigentlich warten, bis es doch mal zum Unfall kommt?

So machte sich Väth auf den Weg durch den deutschen Behördendschungel. Besonders kompliziert: Für eine der betroffenen Straße ist der Kreis zuständig, wie Ortsvorsteher Manuel Diehl erklärte. „Wir brauchten also die Abstimmung mit dem Kreis, der Stadt, den jeweiligen Polizeibehörden sowie dem Tief- und dem Hochbauamt.“ Rund 15 Gespräche habe man führen müssen, um die Schilder schließlich in drei Metern Höhe aufhängen zu können. Denn aus Sicherheitsgründen durften sie nicht ebenerdig aufgestellt werden.

Dass es letztlich dann doch geklappt hat, lag nicht nur am Durchhaltewillen Väths, sondern auch am Entgegenkommen von Kreis und Stadt. Während der Kreis die Kosten im dreistelligen Bereich übernahm, wurden die Figuren vom städtischen Baubetriebshof aufgehängt. Landrat Theophil Gallo zeigte sich erfreut über die Maßnahme. „Das ist ein Stück zusätzliche Sicherheit für die Kinder und wir hoffen natürlich, dass die Autofahrer auch darauf aufmerksam werden und langsamer fahren.“

Doch Kirrberg soll erst der Anfang für weitere Maßnahmen in der Stadt sein, wie die Zweite Beigeordnete der Stadt, Christine Becker, betonte. „Es gibt noch andere Brennpunktbereiche, zum Beispiel in der Ringstraße. Wir werden uns in Zukunft dann auch finanziell bei solchen Maßnahmen beteiligen.“

Das würde vermutlich auch Eltern und Lehrkräfte freuen, die um die Sicherheit ihrer Schützlinge besorgt sind. So wie die Schulleiterin der Grundschule Sonnenfeld, Judith Lacher, die voll des Lobes für die Street-Buddies ist. „Wir sind total begeistert und werden nachher den Kindern erklären, warum die Figuren hier hängen.“ Eine kleine Gruppe von Kindern war ohnehin schon zugegen, um die Zeichen zu mustern. Für die hatte Landrat Gallo noch einen wichtigen Tipp parat. „Verlasst euch nicht auf die Autofahrer und passt immer auf euch selbst auf!“

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