Foto: FC 08 Homburg
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Es war ein Spiel, das sinnbildlich für das Auf und Ab der bisherigen Saison stand – und das vielleicht doch so etwas wie einen Wendepunkt markieren kann. Mit einem 2:1-Auswärtssieg beim bis dato ungeschlagenen Tabellenführer SGV Freiberg hat der FC 08 Homburg ein Zeichen gesetzt. Kampf, Wille, Geduld und endlich auch Effizienz waren ausschlaggebend, für einen unter dem Strich auch verdienten Auswärtssieg.

Die Partie begann mit einer Phase, in der Freiberg zeigte, warum sie an der Spitze der Regionalliga Südwest stehen. Aggressiv, laufstark, pressingorientiert – die Gastgeber drückten, trafen früh, aber regelwidrig: Julian Kudalas Treffer zählte nicht, weil der FCH-Torwart Michael Gelt im Luftduell den Ball aus der Hand geschlagen hatte.

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Mitten in die Druckphase der Hausherren schlug Homburg zurück. Ein langer Ball von Steffen Nkansah fand Markus Mendler, der das Spielgerät technisch sauber verarbeitete und volley aus acht Metern zum 1:0 traf (26.). Doch die Freude währte nur kurz: Zwei Minuten später brachte Nkansah im Strafraum den Ex-Homburger Leon Petö zu Fall, Kapitän Gal Grobelnik verwandelte den Elfmeter sicher zum Ausgleich (28.).

Was folgte, war ein Spiel, das zunehmend vom Wetter geprägt wurde – Regen, Wind, schwierige Platzverhältnisse. Fußballerisch blieb vieles Stückwerk, aber Homburg hielt dagegen. Die wirklich klaren Torchancen blieben Mangelware, meist verfehlten die Versuche das Gehäuse oder die Torhüter entschärften die Versuche.

Dann kam die Schlussphase – und sie gehörte dem FCH. Mit den Einwechslungen von Ken Mata, Minos Gouras und Armend Qenaj hatte Trainer Roland Seitz das richtige Näschen, das Homburger Spiel gewann an Wucht. Der Ex-Freiberger Qenaj, der schon beim Heimsieg gegen Schott Mainz getroffen hatte, wurde in der 88. Minute zum Matchwinner: Mata spielte stark den öffnenden Pass in den Strafraum, Gouras legte quer – und Qenaj schob ein. 2:1. Der Rest war Wille, Zweikampfstärke und das kollektive Verteidigen des Glücks. „Wir haben heute das geschafft, was uns zuletzt gefehlt hat – ein enges Spiel für uns entschieden“, bilanzierte Seitz.

„Es war kein fußballerischer Leckerbissen, aber wir haben den Kampf angenommen und die entscheidenden Szenen für uns entschieden“, bilanzierte Trainer Roland Seitz. „Bei diesen Bedingungen musste man einfach leidenschaftlich verteidigen.“ Nach Wochen voller Diskussionen über zu viele Unentschieden, Defensivfehler und verpasste Chancen zeigte der FCH, was möglich ist, wenn Einsatz, Mentalität und Effizienz zusammenkommen. „Das war heute ein Kampfspiel, aber wir haben den Kampf angenommen“, sagte Torschütze Mendler. Seitz ergänzte: „Für die Moral war das enorm wichtig. Wir haben nichts zu verlieren gehabt – und alles rausgehauen.“

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Der FC 08 Homburg klettert mit diesem Erfolg auf Platz sechs der Tabelle. Am kommenden Freitag wartet im Waldstadion das Flutlichtspiel gegen den FSV Frankfurt – und die Chance, die Trendwende endgültig zu bestätigen.

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