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Zurzeit versuchen ungebetene Besucher und Anrufer, Lieferverträge für Strom und Erdgas abzuschließen und geben sich als Hauptzentrale für Strom und Gas aus.

Am Anfang steht in der Regel ein Kontakt, den die Verbraucher für ein harmloses Informationsgespräch halten. Die Kunden bekommen beispielsweise einen Anruf, bei dem für bestimmte Strom- oder Gastarife geworben wird. Manchmal geben sich die Anrufer als Energieberater oder Verbraucherschützer aus und kündigen eine unabhängige Beratung an. Oder die Vermittler tauchen direkt an der Haustür auf und behaupten, dass sie im Auftrag des bisherigen Energieversorgers die Stromrechnung prüfen sollen.

So unterschiedlich die Maschen und Vorwände sind, im Kern haben die Händler immer dasselbe Ziel: Während des Gesprächs versuchen sie oftmals beiläufig, persönliche Daten wie beispielsweise die Nummer des Strom- oder Gaszählers zu erfahren. So hat es aktuell eine Kundin der Stadtwerke Homburg erlebt.

Vorsicht: Diese Daten reichen aus, um den bestehenden Liefervertrag zu beenden und einen Anbieterwechsel einzuleiten. Die Händler behaupten, der Kunde habe einem Wechsel zugestimmt und am Telefon oder an der Haustür einen neuen Vertrag abgeschlossen. Die Betroffenen merken davon zunächst nichts – bis eine Vertrags- oder Kündigungsbestätigung im Briefkasten liegt.

Wenige Angaben reichen aus, um einen Anbieterwechsel in die Wege zu leiten. Hintergrund ist der Datenaustausch, der bei jedem Anbieterwechsel stattfindet. Wenn ein Kunde den Energieversorger wechseln möchte, beauftragt er in der Regel den neuen Lieferanten, alle nötigen Schritte einzuleiten, inklusive der Kündigung beim alten Anbieter. Der neue Lieferant nimmt daraufhin sowohl mit dem alten Versorger als auch mit dem Netzbetreiber Kontakt auf und weist auf den Wechsel hin. Zur Identifizierung des Kunden muss er lediglich den Namen und die Adresse sowie eine weitere klar zuzuordnende Information angeben (Nummer des Strom- beziehungsweise Gaszählers, Zählpunkbezeichnung oder die bisherige Kundennummer samt dem Namen des alten Versorgers).

Dieses Verfahren soll dazu dienen, den Datenaustausch zu erleichtern und den Anbieterwechsel zu beschleunigen. Durch das gezielte Ausspähen von Daten ergeben sich jedoch Missbrauchsmöglichkeiten. Daher raten die Stadtwerke Homburg: Kunden sollten keine persönlichen Daten, Verbrauchsmengen oder gar Strom- oder Gasrechnungen herausgeben und sich nicht unter Druck setzen lassen. Vor allem sollten sie nichts voreilig unterschreiben.

Wie sich Kunden der Stadtwerke Homburg gegen untergeschobene Verträge zur Wehr setzen können: Wer während eines Vertragsabschlusses getäuscht wurde oder einen Vertrag einfach untergeschoben bekommen hat, muss dies nicht einfach hinnehmen, sondern kann sich juristisch zur Wehr setzen. Im Einzelfall kann es für die Betroffenen jedoch schwierig werden, die Machenschaften der Händler nachzuweisen. Der einfachste Weg, den unliebsamen Vertrag wieder loszuwerden, ist daher, diesen zu widerrufen. Für Haustür- und Telefongeschäfte gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Der Kundenservice der Stadtwerke Homburg hilft, falls ein Liefervertrag untergeschoben worden ist.

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