Wenn Woche für Woche Hunderttausende in die Stadien strömen, entscheidet sich Sicherheit nicht an einzelnen Stellschrauben, sondern an der Frage, wie gut die Beteiligten miteinander reden. Genau hier setzen die neuen „Stadionallianzen Rheinland-Pfalz und Saarland“ an, deren Startschuss am 11. und 12. August 2026 in der Mainzer MEWA-Arena fiel. Zwei Tage lang saßen dort Vertreter von Vereinen, Fanprojekten, Kommunen und Polizeibehörden an einem Tisch, ergänzt durch Fachleute der Bundesliga und des Deutschen Fußball-Bundes.
Das Ziel ist klar umrissen: Die Zusammenarbeit rund um Fußballspiele soll dauerhaft enger und belastbarer werden. Statt punktueller Absprachen sollen feste Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen entstehen, die auch über einzelne Standorte hinaus greifen. Konflikte sollen früh erkannt und präventiv bearbeitet werden, bevor sie überhaupt eskalieren.

Innenstaatssekretär Dirk Herber brachte den Grundgedanken auf eine griffige Formel. „Getrennt in den Farben, geeint in der Sache“, sagte er. Sicherheit entstehe nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch Vertrauen, Kommunikation und gemeinsame Verantwortung. Mit dem neuen Netzwerk werde die Grundlage geschaffen, um alle Akteure dauerhaft und standortübergreifend zusammenzubringen.
Auch aus dem Saarland kam Rückenwind für das Projekt. Torsten Lang, Staatssekretär im dortigen Ministerium für Inneres, Bauen und Sport, betonte die Rolle des Dialogs. „Fußball lebt von Emotionen – aber auch von Respekt“, sagte er. Der Leitsatz laute: miteinander reden statt übereinander. Nur im offenen Austausch lasse sich sicherstellen, dass Stadionbesuche für alle ein friedliches Erlebnis blieben.
Damit aus guten Absichten konkrete Abläufe werden, begleitet die KoFaS gGmbH, die Kompetenzgruppe Fankulturen und sportbezogene soziale Arbeit, die Veranstaltung methodisch. In Workshops und Arbeitsphasen erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam organisatorische Strukturen und Formen der künftigen Kooperation. Daneben blieb bewusst Raum für persönliche Gespräche und Vernetzung – oft der eigentliche Kitt solcher Partnerschaften.
Die fachliche Perspektive des Profifußballs steuerte Ansgar Schwenken bei, Direktor Spielbetrieb und Fans beim Bundesliga e.V., der früheren DFL. Stadionallianzen seien ein zentraler Baustein für sichere und zukunftsfähige Fußballerlebnisse, erklärte er. Sie förderten gegenseitiges Verständnis, stärkten die Handlungsfähigkeit aller Beteiligten und trügen dazu bei, dass Stadien verbindende Orte für Millionen von Menschen blieben.
Rheinland-Pfalz und das Saarland betreten mit dem Modell kein Neuland, sondern folgen einem bereits bewährten Weg. In neun anderen Bundesländern gibt es vergleichbare Kooperationen längst, mit dem Beitritt der beiden Länder wächst die Zahl auf insgesamt elf. Neben der reinen Sicherheitsfrage geht es dabei ausdrücklich auch darum, Möglichkeiten für einen reduzierten Einsatz von Kräften auszuloten. Die Erkenntnisse aus den beiden Auftakttagen sollen nun in die weitere Ausgestaltung der Allianzen einfließen.





















