Symbolbild
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Zehn Millionen Euro zusätzlich fließen im kommenden Jahr an die deutschen Gedenkstätten, die an die Verbrechen des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur erinnern. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer machte dafür einen Grund geltend, der weit über die reine Finanzierung hinausreicht: Die Erinnerungskultur gerate zunehmend unter Druck. „Gedenkstätten sind die Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft“, erklärte er. Sie hielten die Erinnerung wach und machten Geschichte erfahrbar.

Die Aufstockung teilt sich in zwei Bereiche. Fünf Millionen Euro sind für konkrete Projektförderungen vorgesehen, weitere fünf Millionen Euro sollen die vom Bund geförderten Einrichtungen institutionell stärken. Damit setzt der Bund die im November 2025 beschlossene Gedenkstättenkonzeption um. Er reagiert nach eigener Darstellung auf Herausforderungen, die sich in den vergangenen Jahren spürbar verschärft haben.

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Besonders ins Gewicht fällt aus Sicht des Ministeriums, dass die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen, während sich Desinformation und Geschichtsverfälschung ausbreiten. „Gerade in einer Zeit, in der Desinformation und Geschichtsverfälschung zunehmen, braucht unsere Erinnerungskultur starke Erinnerungsorte“, sagte Weimer. Der Bund stehe verlässlich an der Seite der Gedenkstätten und setze mit den Mitteln ein klares Zeichen.

Mit den zusätzlichen fünf Millionen Euro für Projekte wächst der Gesamtetat für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und des SED-Unrechts auf zehn Millionen Euro. Ab September können die Gedenkstätten voraussichtlich Anträge stellen. Gefördert werden unter anderem der Erhalt der historischen Orte, die Digitalisierung sowie Vorhaben zur Vermittlung und anwendungsbezogenen Forschung.

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Der zweite Teil der Mittel soll gestiegene Kosten abfedern. Neben höheren Personalausgaben schlagen vor allem die Bewachungskosten zu Buche, die wegen einer verschärften Bedrohungslage steigen. Konkret profitieren etwa die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mit 842.000 Euro sowie die Bayerischen KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg mit 497.000 Euro. Die Gedenkstätte Topographie des Terrors erhält 447.000 Euro, die Stiftung Sächsische Gedenkstätten 222.000 Euro.

Denn nicht nur der Generationenwechsel und der digitale Wandel setzen den Einrichtungen zu. Auch physische und digitale Angriffe auf Gedenkstätten haben laut Ministerium deutlich zugenommen. Für Weimer ist das mehr als ein Sicherheitsproblem: „Angriffe auf Gedenkstätten sind Angriffe auf unsere Erinnerungskultur und auf die Grundlagen unserer Demokratie.“ Wer historische Fakten leugne, relativiere die Geschichte und diffamiere die Opfer von Gewalt und Unterdrückung.

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Deshalb, so der Kulturstaatsminister, gehe es nicht allein um Bildungs- und Vermittlungsarbeit. Die Gedenkstätten sollen auch dabei unterstützt werden, ihre Beschäftigten, ihre Besucherinnen und Besucher sowie die Orte selbst wirksam zu schützen. Endgültig festgezurrt ist die Summe allerdings noch nicht: Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 steht unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung und muss das parlamentarische Verfahren durchlaufen.

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