Erinnerungen an eine Kindheit im Saarpfalz-Kreis stehen im Mittelpunkt eines Leseabends in St. Ingbert: Das St. Ingberter Literaturforum lädt zu einer Lesung mit Hans Bollinger in die Stadtbücherei ein. Der Autor stellt sein Buch „Wir Nachkriegskinder“ vor und nimmt das Publikum mit in die Zeit nach 1945, als eine ganze Generation ihren Platz in einer von Krieg und Diktatur geprägten Gesellschaft suchte.
Die Veranstaltung findet am morgigen Mittwoch, 21. Januar, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei St. Ingbert statt. Organisiert wird der Abend vom St. Ingberter Literaturforum. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist möglich unter Tel. 06894/13711 oder per E-Mail an stadtbuecherei [at] st-ingbert.de.
In seinem Buch „Wir Nachkriegskinder“ erzählt Hans Bollinger von seiner eigenen Kindheit und Jugend. Schauplatz ist sein Heimatdorf Wörschweiler in der saarpfälzischen Provinz. Dort versucht eine Dorfgemeinschaft, die die NS-Diktatur noch nicht vollständig hinter sich gelassen hat, ihren Weg zwischen überlieferten Traditionen und dem Wunsch nach Aufbruch zu finden. Im Mittelpunkt steht ein Aufwachsen in vertrauter Umgebung, in einem Elternhaus, das Wärme und Sicherheit bietet.
Die Natur rund um Wörschweiler spielt in Bollingers Erinnerungen eine wichtige Rolle. Wald, Wiesen und Wasser werden zu Orten, an denen sich Kindheit abspielt und Erfahrungen gesammelt werden. In Begegnungen mit besonderen Menschen findet der junge Protagonist Orientierung und Halt. Diese Erlebnisse prägen ihn, wie der Autor beschreibt, nachhaltig und wirken weit über die Kindheit hinaus.
Hans Bollinger wurde 1949 in Wörschweiler geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Heute lebt er in Gersheim im Bliesgau, ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen, mit denen er gemeinsam Konzerte gibt. 1976 gründete er mit Freunden die Gruppe „Espe“. Mit dieser Formation trat er bis 1993 national und international auf, vor allem mit jiddischen Liedern und deutschen demokratischen Liedern, und veröffentlichte zahlreiche Schallplatten und CDs.
Beruflich war Bollinger ab 1983 als Lehrer in Gersheim tätig. 1999 wurde er dort zum Rektor ernannt. Im Jahr 2008 übernahm er die Leitung von Spohns Haus, einem ökologischen europäischen Schullandheim. Dort organisiert er bis heute Begegnungsprojekte mit deutschen, französischen, polnischen und ukrainischen SchülerInnen. Die Lesung in St. Ingbert verbindet damit literarische Erinnerungen an die Nachkriegszeit mit der Biografie eines Pädagogen und Musikers, der sich seit Jahrzehnten für Austausch und Verständigung einsetzt.
Für den Abend in der Stadtbücherei St. Ingbert sind keine Eintrittsgebühren vorgesehen. Wer teilnehmen möchte, kann sich telefonisch unter 06894/13711 oder per E-Mail an stadtbuecherei@st-ingbert.de anmelden.

















