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Normalerweise nutzen Vereine das Sportzentrum Erbach als Sportstätte, nun sollen die Hallen zu einer Notunterkunft für Ukraine-Flüchtlinge umfunktioniert werden. Das scheint auch nötig zu sein, wie ein Blick auf die derzeitigen Zahlen an Neuankömmlingen in Homburg nahelegt. Den Vereinen, die nun umziehen müssen, kommt zumindest ein Aspekt zugute.

Die Zahlen steigen unaufhörlich. Waren es Mitte vergangener Woche noch rund 100 Ukraine-Flüchtlinge, die in städtischen Wohnungen unterkamen, so sind es diese Woche bereits 226 Menschen, die die Stadt untergebracht hat. Weitere 50 Flüchtlinge werden in diesen Tagen erwartet. „Wenn wir in dieser Größenordnung weiter Flüchtlinge bekommen, dann wird der Wohnraum bald nicht mehr reichen“, erklärt Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff.

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Es braucht also Alternativen. Wie HOMBURG1 berichtete, soll deshalb das Sportzentrum in Erbach voraussichtlich ab April als Notunterkunft genutzt werden. Derzeit laufen dazu die Vorbereitungen. So werden Feldbetten und andere notwendige Dinge nach Erbach gebracht, um kommende Woche mit dem Aufbau beginnen zu können. Darüber hinaus müssten laut Kruthoff noch Caterer und ein Sicherheitsdienst engagiert werden. „Außerdem sind Gespräche mit Hilfsorganisationen notwendig, die uns bei der Betreuung der Menschen zur Seite stehen. Denn allein werden wir das wohl nicht schaffen.“

Für die einzelnen Menschen aus der Ukraine soll die Unterkunft im Sportzentrum jeweils nur eine Zwischenlösung sein, bis für sie eine Wohnung gefunden wurde. Für die Vereine jedoch, die die Hallen nutzen, dürften diese für einige Zeit nicht mehr verfügbar sein. Da scheint es Glück im Unglück, dass gerade ohnehin viele Mannschaften ihren Trainingsbetrieb wieder nach draußen verlegen.

So nutzen Fußballvereine ab Frühjahr das Sportzentrum ohnehin nicht mehr. Auch Leichtathleten können mittlerweile wieder draußen trainieren. Bleiben noch einige Abteilungen des SSV Homburg-Erbach, der im Sommer Hauptnutzer der Hallen ist. Doch auch Handballern, Turnern oder Aikido-Athleten kommen die wärmeren Temperaturen indirekt zugute, wie Michael Kuhlgatz vom städtischen Sportamt erläutert. „Andere Standorten werden natürlich im Sommer ebenfalls nicht mehr so stark frequentiert, sodass wir da mehr Möglichkeiten haben.“ So sei bereits für alle Abteilungen des SSV eine Lösung gefunden worden. Während die Handballer vom HWE Erbach/Waldmohr nun zum Beispiel weitgehend in Waldmohr trainieren, können die Turner laut Kuhlgatz in der Halle der Erbacher Luitpoldschule unterkommen.

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Aber nicht nur von städtischer Seite scheint man flexibel zu sein. Auch andere Vereine verschließen sich möglichen Lösungen nicht, wie Kuhlgatz erfreut feststellt. „Gruppen aus anderen Hallen sagen jetzt, wir rücken zusammen und machen eine Zeit für andere frei. Der Rückhalt bei den Vereinen ist also da.“ Wie sich die Situation jedoch in den kommenden Monaten entwickelt, kann niemand vorhersagen. Beim Anblick der Bilder aus der Ukraine scheint es nicht unmöglich, dass das Sportzentrum auch im Herbst noch als Notfallunterkunft genutzt werden muss. Dann müsste auch für Leichtathleten oder Fußballer eine Lösung gefunden werden. Das ist natürlich auch Kuhlgatz bewusst. „Im Moment ist das Problem zu stemmen. Wenn es jedoch im August immer noch so ist, müssen wir uns noch einmal unterhalten.“ Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass man sich im Herbst im Sportzentrum wieder mit Bällen auseinandersetzen kann und nicht mit Feldbetten.

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe in Homburg:

Für die Koordination der Wohnungs- bzw. Hilfsangebote können sich Homburger an das Amt für Jugend, Senioren und Soziales der Stadtverwaltung wenden.

Ansprechpartnerinnen sind:

Jessica Jung – Tel.: 06841/101-108 – E-Mail: jessica.jung@homburg.de und

Astrid Kaufmann – Tel.: 06841/101-109 – E-Mail: astrid.kaufmann@homburg.de

Anette Weidler – Tel.:06841/101-118 –E-Mail: anette.weidler@homburg.de

Außerdem können Wohnungsangebote an die Stadt per E-Mail gesendet werden an: wohnungsangebote@homburg.de

In Bezug auf ehrenamtliche Hilfen und Übersetzer sind Ansprechpartnerinnen:

Barbara Emser – Tel.:06841/101-139 – E-Mail: barbara.emser@homburg.de

Manuela Georg – Tel. 06841/101-201 – E-Mail: manuela.georg@homburg.de

Alles, was mit Sachspenden für Flüchtlinge zu tun hat, läuft über:

Bettina Dejon – Tel.: 0160/8842099 – E-Mail: bettina.dejon@homburg.de

Nicht benötigt werden Kleidungsstücke und Spielzeug. Dieses sollte auch nicht abgegeben werden, weder beim Sportzentrum Erbach, noch bei der Kleiderkammer der Stadt.

Wer mit einer Geldspende flüchtenden Menschen aus der Ukraine helfen möchte, kann sich auch über den Saarpfalz-Kreis orientieren. Der Kreis hat auf seiner Homepage unter https://www.saarpfalz-kreis.de/hilfe-fuer-die-ukraine eine Rubrik eingerichtet, auf der Bürger weiterführende Informationen finden. In Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar und dem ökologischen Schullandheim Spohns Haus hat der Kreis ein Spendenkonto eingerichtet:

Kreissparkasse Saarpfalz

DE24 5945 0010 1030 6152 88; BIC: SALADE51HOM

Empfänger: SPK-KooperationDPG-SpohnsHaus.

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