Die Politik soll wieder näher an die Menschen rücken – mit diesem klaren Ziel lud der SPD-Ortsverein Erbach-Reiskirchen am vergangenen Samstagabend zu einem geselligen Heringsessen ein. Das Bürgerzentrum in Reiskirchen war mit über 90 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Ortsvorsitzender Thorsten Feix nutzte die Premiere des Formats ganz bewusst für den direkten Austausch mit der Bevölkerung: „Es heißt immer, die Politik ist viel zu weit weg von den Bürgern. Mit einem Heringsessen kommen wir in Kontakt mit den einzelnen Leuten.“ Künftig soll der kulinarische Polit-Treff abwechselnd in den beiden Stadtteilen stattfinden.

Im Mittelpunkt des Abends standen die zahlreichen Vereine der Kreisstadt und ihre finanziellen Herausforderungen. Als prominenter Gastredner zeigte Innenminister und Landtagsabgeordneter Reinhold Jost konkrete Fördermöglichkeiten für Sport- und Kulturvereine auf. Dabei machte er deutlich, dass ehrenamtliches Engagement der Kitt sei, der die Gesellschaft zusammenhalte. „Ich weiß, wie wichtig es ist, das ehrenamtliche Engagement vor Ort nicht nur wahrzunehmen, sondern es auch zu wertschätzen“, betonte Jost mit Blick auf seine eigene jahrzehntelange Erfahrung in der Kommunalpolitik.

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Ein besonders emotionaler Moment der Veranstaltung war das Gedenken an zwei prägende Persönlichkeiten des Ortes, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Gudrun Rischar und Friedrich Herz wurden für ihren unermüdlichen Einsatz in der Lokalpolitik und im Vereinswesen posthum geehrt. Rischar galt als treibende Kraft im Sportverein Reiskirchen, während Herz sich außergewöhnlich für die SG Erbach engagierte. „Friedrich war ein Mensch, der anpackte, Verantwortung übernahm und sich mit Herzblut für seine Heimat einsetzte“, würdigte Feix das Lebenswerk und überreichte gemeinsam mit Christine Becker die Ehrenamtsnadel an die anwesenden Söhne der Verstorbenen.

Aber auch die aktiven Stützen der Gesellschaft erhielten an diesem Abend ihre verdiente Bühne. Manfred Abel, der nicht nur bei der Marinekameradschaft aktiv ist, sondern auch persönlich für die Zubereitung der Heringe sorgte, wurde ebenso mit der Ehrennadel ausgezeichnet wie Suginthan Markandu. Der Nachwuchspolitiker setzt sich seit etwa drei Jahren maßgeblich im Bündnis für Demokratie und Vielfalt ein. Innenminister Jost nutzte den festlichen Rahmen zudem, um auf ein bevorstehendes Großereignis zu blicken: Im Juni 2026 wird Homburg Gastgeber der Special Olympics sein, was die Bedeutung von gelebter Inklusion im Breitensport nochmals unterstreicht.

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Die höchste Auszeichnung des Abends war jedoch einem Homburger Urgestein vorbehalten. Hans-Jürgen Bernd, in der Stadt weithin als „Hansi“ bekannt, wurde für seine fast vier Jahrzehnte währende politische Arbeit mit der Willy-Brandt-Medaille gewürdigt. „Du verkörperst in besonderer Weise unsere sozialdemokratischen Inhalte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“, hieß es in der ergreifenden Laudatio. Den symbolischen Abschluss bildete die Zusage des Ortsvereins, sämtliche Einnahmen des Abends dem Bürgerverein für den Erhalt des Bürgerzentrums zu spenden. „Wir brauchen einfach wirklich jeden Pfennig, um den Unterhalt dieses Gebäudes weiter machen zu können“, schloss Feix den Abend ab.

Alle Bilder: Friedel Simon