Bild: Stephan Bonaventura

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Die Steinbachstraße war schon immer eine vielbefahrene Straße. Sie verbindet den Erbacher Kern mit der Schnellstraße in Richtung Jägersburg, gleich aus drei Richtung biegen hier die Autofahrer von der Dürerstraße aus ein und sorgen für ein hohes Verkehrsaufkommen. Als wenn das nicht schon genug wäre, dient sie aktuell auch als Umleitung rund um Maßnahme der Fahrbahnerneuerung der L 118. Und es gibt noch einen weiteren Punkt.

Es ist ganz schön Betrieb auf der Steinbachstraße am frühen Morgen. – Foto: Stephan Bonaventura

Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist die teils kurvenreiche Steinbachstraße oft nur schwer zu übersehen. Autos, Busse, Gedränge und mittendrin eine Grundschule. Jeden Morgen kommen die Kinder zur Luitpoldschule aus den unterschiedlichsten Richtungen. Viele mit dem Bus, einige werden gebracht und viele andere Kinder kommen zu Fuß. Der Weg zur Schule ist für sie nicht der ungefährlichste aber das soll sich jetzt zumindest teilweise ändern.

Bild: Stephan Bonaventura

Besorgte Eltern traten in der Vergangenheit an die Ortsvertrauensfrau für Erbach-Nord und Reiskirchen, Kristina Kulzer-Weber, heran um auf das Verkehrsproblem aufmerksam zu machen. Daraufhin nahm sie Kontakt mit der Stadt auf, die ihr den Vorschlag machte ein ehrenamtliches Netzwerk aufzubauen. „Zusammen mit dem Schulamt habe ich dann einige Aufrufe gestartet und so hat sich alles schnell ergeben“, meint Kulzer-Weber. Dabei nutze sie sowohl soziale Medien als auch die gute alte Mund zu Mund Propaganda. Auch die Luitpoldschule gab die Infos an die Elternsprecher weiter und so machte der Aufruf fix die Runde, so dass die ersten Freiwilligen sich zusammenfinden konnten. Ihr gemeinsames Ziel: Den Verkehrsweg der Schülerinnen und Schüler sicherer gestalten.

Hanna Grimm (l.) und Kristina Kulzer-Weber (r.) – Foto: Stephan Bonaventura

„Ich kenne das selbst noch von früher. Diese Stelle war schon immer sehr gefährlich. Ich bekomme es aber auch jetzt noch mit. Ich trainiere die Handball-Minis der HWE und hier sind viele Kinder dabei, die mir das Problem schon geschildert haben“, sagt Hanna Grimm. Sie ist eine der ehrenamtlichen Herferinnen, die mit voller Überzeugung und viel Tatendrang bei der Sache ist.

Foto: Stephan Bonaventura

Auch wenn es sich einfach anhört. Bis die ehrenamtlichen Helfer ihre Arbeit aufnehmen durften, mussten sie sich erst einmal qualifizieren. Das hiesige Schulamt hat dazu mit der Jugendverkehrsschule Homburg gesprochen und genau dort bekamen die angehenden Verkehrslotsen ihre erste Einweisung. Es hieß also wieder: Schulbank drücken. „Wir haben hier in einer tollen Schulung das richtige Verhalten als Verkehrshelfer vor Ort beigebracht bekommen. Wir haben auf jeden Fall noch viel dazugelernt, manches hat sich aber auch aus der Zeit der Führerscheinprüfung wiederholt“, reflektiert Kristina Kulzer-Weber.

Bild (l.): Verkehrssicherheitsberater Martin Hein-Lorenz und Kristina Kulzer-Weber – Bild (u.r.): (v.l.n.r.) Uschi Walzer, Natalia Kern, Iris Zorn, Hanna Grimm und Kristina Kulzer-Weber bei der Schulung. – Foto: privat – Bild (o.r.): Bernhard Reichhart/Stadt Homburg

Seit einigen Tagen nun, noch vor Beginn der Herbstferien, durften sie ihre ersten Schichten verrichten. Zentraler Punkt bei ihrer Arbeit ist dabei der Fußgängerübergang vor der St. Andreas Kirche. Hier überqueren die meisten Kids auf ihrem Schulweg die Straße. Ab sofort haben sie dabei nun Hilfe. Aufgaben der Verkehrshelfer sind unter anderem das generelle Verhalten und die Geschwindkeiten der Autos richtig einzuschätzen bevor sie die Kinder über die Straße lassen. Erst wenn der Verkehr mit ausgestreckter Kelle ruht, dürfen die Kinder über den Zebrastreifen. „ Wir haben auch den Tipp bekommen aus der Entfernung in die Autos reinzuschauen. Das ist gerade um diese Jahreszeit nicht einfach, aber es ist wichtig um abschätzen zu können, wie die einzelnen Fahrer reagieren“, sagt Kristina Kulzer-Weber.

Aktuell sind es fünf Helferinnen, die sich den Job unter der Woche früh morgens aufteilen. Klar, dass dies nicht auf Dauer so gehen kann. Daher sucht die Gruppe dringend weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich engagieren möchten. Und was muss man dazu so mitbringen fragen wir die Ortsvertrauenfrau: „Morgens maximal 30 Minuten Zeit zwischen 7:30 Uhr und 8:00 Uhr. Und einmal muss man natürlich davor noch die Einweisung an der Verkehrsschule mitmachen, diese dauert etwa eine Stunde.“

Wer dabei sein will, darf sich gerne entweder bei Kristina Kulzer-Weber persönlich unter 0160 – 97 06 24 85 oder kristina.kulzer@yahoo.de melden oder im Sekretariat der Luitpoldschule in Erbach anrufen unter 0 68 41 / 7 84 65.

Übrigens müssen sich die fleißigen Helfer keine Sorgen um eine entsprechende Absicherung machen. Die Ortsvertrauensfrau erklärt: „Unsere Kontaktdaten wurden über die Jugendverkehrsschule dem Innenministerium gemeldet. Dort sind wir jetzt offiziell als Verkehrshelfer registriert und hierüber läuft dann auch die Versicherung.“ Insgesamt eine tolle Sache, die jetzt nur noch einige Unterstützer mehr braucht um sich dauerhaft zu bewähren. Übrigens: Auch die Homburger Beigeordnete Christine Becker und Sabrina Zwing vom Schul- und Sportamt der Stadt Homburg begrüßen die Initiative und sie bedankten sich persönlich beim Schulungsbesuch für das Engagement der ersten Helferinnen.

Mehr Impressionen:

Ortsvertrauensfrau für Erbach-Nord und Reiskirchen, Kristina Kulzer-Weber – Bild: Stephan Bonaventura
Verkehrshelferin Hanna Grimm – Bild: Stephan Bonaventura

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