Bezahlbare Pflege und ein Nahverkehr, der sich an den Bedürfnissen älterer Menschen orientiert: Mit zwei klaren Forderungen im Gepäck hat die Senioren-Union Saar beim diesjährigen Schaumbergfest den CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2027, Stephan Toscani, empfangen. Landesvorsitzender Manfred Maurer nutzte die Gelegenheit, dem Politiker die Anliegen der älteren Generation direkt mit auf den Weg zu geben.
Neben Toscani hatten sich weitere prominente Gäste eingefunden. Gemeinsam mit Horst Schneider begrüßte Maurer unter anderem Landtagsvizepräsidentin Dagmar Heib, den früheren Minister Karl Rauber sowie den Landtagsabgeordneten Sebastian Schorr. Bevor der Spitzenkandidat seine politischen Vorstellungen erläuterte, brachte der Landesvorsitzende die Kernthemen seiner Organisation zur Sprache.
Beim öffentlichen Nahverkehr forderte Maurer einen spürbaren Kurswechsel zugunsten der Senioren. Dazu zählen für ihn der Abbau hinderlicher Tarifwaben, eine bessere Anbindung des ländlichen Raums und die Möglichkeit, Fahrscheine nicht nur digital, sondern auch mit EC-Karte direkt im Fahrzeug zu lösen. Ergänzend sprach er sich für einen eigenen Seniorenrabatt aus.
Besonders am Herzen lag Maurer jedoch das Thema Pflege. Er verlangte, die sogenannten Fremdkosten, also die Ausgaben für die Pflegeausbildung, aus den Pflegesätzen herauszurechnen und stattdessen vom Bund tragen zu lassen, wie es der Koalitionsvertrag auf Bundesebene vorsehe. Zusätzlich sollten die Investitionskosten analog zur Krankenhausfinanzierung vom Land übernommen werden. Das würde nach seiner Einschätzung Familien wie Kommunen entlasten, die über die Kreistage im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“ erheblich zur Finanzierung beitragen müssen.
„Pflege darf nicht zur neuen sozialen Frage werden“, betonte Maurer. Er verwies darauf, dass am Ende die Kommunen über die Kreisumlage die Zeche zahlen müssten. Toscani sicherte den Vorschlägen der Senioren-Union in seiner Rede seine Unterstützung zu und stellte sich hinter die Anliegen der Mitglieder.
Zugleich richtete der Spitzenkandidat deutliche Kritik an die alleinregierende SPD im Saarland, der er insgesamt eine verfehlte Politik vorwarf. Vor allem die Wirtschaftspolitik des Landes habe viel versprochen, aber wenig gehalten. Auch in der Bildung sieht Toscani großen Handlungsbedarf und wiederholte seine Forderung, dass Kinder bereits vor Schulbeginn über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen sollten, um dem Unterricht folgen zu können.
Über die politischen Debatten hinaus nahm sich Toscani Zeit für einen intensiven Austausch mit den Mitgliedern der Senioren-Union Saar. Für unterhaltsame Momente sorgte schließlich eine Tombola, bei der 27 Preise verlost wurden, darunter drei Tagesfahrten mit der Senioren-Union St. Wendel.


















