Für Samed und Sedat war der Weg in die eigene Wohnung zuletzt kaum noch zu bewältigen. Die beiden Brüder aus Waldmohr, 17 und 16 Jahre alt, sitzen im Rollstuhl und mussten von ihren Eltern mehrmals täglich die Treppe in den ersten Stock hinauf- und hinuntergetragen werden – ein Kraftakt, der mit zunehmendem Gewicht und Körpergröße der Jugendlichen schlicht nicht mehr zu leisten war. Seit dem 25. Februar 2026 gehört dieses Problem der Vergangenheit an: Ein Senkrechtlift, finanziert durch den gemeinnützigen Blieskasteler Schutzengelverein, bringt die beiden nun direkt vom Erdgeschoss über den Balkon in die Wohnung im Obergeschoss. Die Kosten: 29.122 Euro.
Samed und Sedat leiden an NCL7, einer seltenen, genetisch bedingten Form der Kinderdemenz. Die neurodegenerative Erkrankung führt schleichend zum Verlust sämtlicher geistiger und körperlicher Fähigkeiten. Bis zum Alter von 7 Jahren entwickelten sich beide Jungen völlig unauffällig – sie konnten laufen, sprechen, Fahrrad fahren. Heute sind sie rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen und können sich ohne ihre Rollstühle nicht fortbewegen. Die vierköpfige Familie lebt seit 2004 im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in Waldmohr.
Jahrelang trugen die Eltern ihre Söhne die Stufen hinauf und hinunter, um Schulbesuche, Arzttermine und therapeutische Behandlungen zu ermöglichen. Doch irgendwann reichte die Kraft nicht mehr aus. Die Mobilität der beiden Jugendlichen und damit ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben standen auf dem Spiel. Ein außen am Gebäude montierter Vertikal-Plattformlift war die einzige Lösung – doch die Kosten von rund 30.000 Euro überstiegen die finanziellen Möglichkeiten der Familie bei weitem. Der Vater ist Alleinverdiener, die Mutter pflegt Samed und Sedat ganztägig. Hinzu kam, dass die Familie kurz zuvor ihr 20 Jahre altes Auto durch einen gebrauchten Wagen ersetzen musste, der groß genug für den Transport der Rollstühle ist. Sämtliche Ersparnisse waren damit aufgebraucht.
In dieser Notlage wandten sich die Eltern an den Blieskasteler Schutzengelverein. Dessen Vorstand reagierte innerhalb weniger Tage und gab die Zusage für das Projekt. Parallel startete der Verein einen Spendenaufruf, der auf breite Unterstützung stieß. Die Installation des Lifts übernahm die ATC Lift GmbH aus St. Ingbert. Seit der Montage Ende Februar leistet die Anlage täglich ihren Dienst und ermöglicht es Samed und Sedat, im Rollstuhl sitzend über den Balkon in ihre Wohnung zu gelangen.
„Wir freuen uns mit Samed und Sedat sowie deren Eltern, dass wir in einer äußerst schwierigen und berührenden Lebenssituation schnell und nachhaltig helfen und einen Herzenswunsch erfüllen konnten“, sagte Vereinsvorsitzender Klaus Port zum Abschluss des Projekts. Der Lift bedeute weit mehr als eine technische Erleichterung im Alltag. „Der Senkrechtlift bedeutet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Erleichterung des ohnehin schwierigen Alltags und zur Verbesserung der Mobilität, sondern zugleich auch eine erhebliche Steigerung von Lebensqualität und Selbstwertgefühl“, betonte Port.
Sowohl der Verein als auch die Familie richteten ihren ausdrücklichen Dank an alle Spenderinnen und Spender, die den Aufruf großzügig unterstützt und die Umsetzung des Hilfsprojekts in kurzer Zeit möglich gemacht haben. Die Blieskasteler Schutzengel http://(www.blieskasteler-schutzengel.de) stellten zudem klar, dass sie der Familie auch künftig mit Rat und Tat zur Seite stehen, wann immer Unterstützung gebraucht wird.


















