Schutz vor Übergriffen, mehr Bewegung für Kinder und weniger Bürokratie für Vereine – die 53. Sportministerkonferenz auf Norderney hat am 20. März 2026 ein ganzes Bündel an Beschlüssen verabschiedet, die den organisierten Sport in Deutschland grundlegend verändern sollen. Aus dem Saarland kam dabei die unmissverständliche Forderung, die Ergebnisse nicht in Protokollen versanden zu lassen, sondern rasch in die Praxis zu bringen.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Gründung eines Zentrums für Safe Sport mit Sitz in Kassel. Die neue Einrichtung soll als unabhängige Anlaufstelle arbeiten und sich gezielt gegen sexuelle Übergriffe, Gewalt und Kindeswohlgefährdungen im Sport richten. Aktuelle Erkenntnisse hätten den dringenden Handlungsbedarf noch einmal deutlich gemacht, hieß es von den Ländervertretern. Damit würde erstmals eine zentrale Struktur geschaffen, die über Verbandsgrenzen hinweg agiert und Betroffenen einen geschützten Rahmen bietet.
Ebenfalls auf der Agenda: ein Nationaler Aktionsplan für den Kinder- und Jugendsport. Die Sportministerinnen und Sportminister verständigten sich darauf, Bewegungsdefizite bei jungen Menschen systematisch abzubauen und gesundheitliche Potenziale früher zu fördern. Der Plan soll gleichzeitig die Grundlage dafür legen, dass künftige Generationen von Athletinnen und Athleten bessere Startbedingungen vorfinden – ein Vorhaben, das weit über den Breitensport hinaus Wirkung entfalten könnte.
Für die rund 87.000 Sportvereine im Land dürfte ein weiterer Beschluss besonders relevant sein. Die Konferenz drängt auf klare gesetzliche Regelungen zur Umsatzbesteuerung, nachdem ein Urteil des Bundesfinanzhofs neue Unsicherheiten geschaffen hat. Ehrenamtlich geführte Vereine sollen nicht durch steuerrechtliche Grauzonen zusätzlich belastet werden, so der einhellige Tenor der Länder. Unbürokratische Lösungen seien das Gebot der Stunde.
Daneben bekräftigten die Teilnehmer ihre Unterstützung für die Reform der Spitzensportförderung. Eine unabhängige Agentur soll die Vergabe von Fördermitteln künftig transparenter und leistungsorientierter gestalten, um Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Auch Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball sowie mögliche Olympiabewerbungen wurden auf Norderney diskutiert.
Der saarländische Staatssekretär Torsten Lang ordnete die Ergebnisse mit deutlichen Worten ein: „Die Beschlüsse der Sportministerkonferenz senden ein klares Signal: Wir stärken den Schutz im Sport, investieren in unseren Nachwuchs und entlasten die Vereine. Für das Saarland ist entscheidend, dass diese Maßnahmen nun auch zügig umgesetzt werden.“ Ob die Länder diesem Anspruch gerecht werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – wenn aus Konferenzbeschlüssen konkrete Gesetze und Strukturen werden müssen.




















