Ein kaputtes ferngesteuertes Auto fährt plötzlich wieder, aus der abgetragenen Lieblingsjeans wird eine kurze Hose: Für die Schülerinnen und Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums hat sich das Reparieren im Rahmen ihrer Projektwoche als praktische Lektion mit Erfolgserlebnis entpuppt. An zwei Tagen waren sie zu Gast im Reparatur-Café der Biosphären-VHS St. Ingbert in Oberwürzbach – und legten dort selbst Hand an.
Gut vorbereitet stiegen die Jugendlichen in das Projekt ein. Bereits im Vorfeld hatten sie defekte Elektrogeräte von zu Hause zusammengesucht und brachten sie am ersten Tag mit. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Reparateuren machten sie sich daran, systematisch nach der Fehlerquelle zu fahnden. Was sich beheben ließ, wurde fachgerecht wieder in Gang gebracht.
Die Zusammenarbeit hinterließ auf beiden Seiten Eindruck. Für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bedeutete der Besuch eine willkommene Abwechslung vom gewohnten Betrieb. „Normalerweise haben wir es im Reparatur-Café eher mit älteren Besucherinnen und Besuchern zu tun. Es hat uns deshalb besonders gefreut zu sehen, wie interessiert und engagiert die Jugendlichen bei der Sache waren“, berichten die Organisatoren.
Am zweiten Projekttag verlagerte sich der Schwerpunkt auf Fahrrad und Textil. Zwei Räder nahmen die Jugendlichen gründlich unter die Lupe: Bremsen und Schaltung wurden justiert, der Reifendruck kontrolliert, und wie man einen Fahrradschlauch flickt, gehörte ebenfalls zum Lernprogramm. Parallel dazu drehte sich in der zweiten Gruppe alles um Nadel und Faden.
Die Frauen vom Näh-Café zeigten den Jugendlichen, wie man Löcher in Kleidungsstücken fachgerecht stopft und einen Knopf annäht. Auch der erste Umgang mit der Nähmaschine stand auf dem Plan. Am Ende hielten die Schülerinnen und Schüler eigene kleine Werkstücke in den Händen: trapezförmige Türstopper und Patchwork-Hüllen für Taschentücher.
Das Fazit fiel einhellig aus. Reparieren macht Spaß und schenkt ein gutes Gefühl – diese Erfahrung nahmen die Jugendlichen aus zwei Tagen mit. Sie erlebten unmittelbar, dass sich vieles mit Geschick, Geduld und dem richtigen Wissen wieder in Ordnung bringen lässt. Dabei entstand ein reger Austausch zwischen den Generationen, der Alt und Jung gleichermaßen Freude bereitete.
Mit den beiden Tagen ist die Projektwoche noch nicht zu Ende. Am dritten Tag wollen die Schülerinnen und Schüler in der Stadt für das Reparatur-Café werben und andere Menschen für die Idee des Reparierens gewinnen. Zudem steht ein Besuch der Offenen Jugendwerkstatt an.
Das Reparatur-Café findet einmal im Monat statt und steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen. Reparaturen sollten vorher angemeldet werden. Weitere Informationen gibt es unter www.vhs-igb.de, per E-Mail an vhs@st-ingbert.de sowie telefonisch unter 06894/13-726.




















