Es war ein packendes Saar-Derby im Homburger Waldstadion vor über 12.000 Zuschauern: mit einem unberechtigten Elfmeter in der Nachspielzeit holte der FCH einen 3:2-Sieg in allerletzter Minute und konnte dem Nachbarn aus der Landeshauptstadt noch den sicher geglaubten Aufstieg in die 3.Liga vermiesen. Dadurch bescherte die Mannschaft von Jürgen Luginger dem 1.FC Saarbrücken ein weiteres Jahr in der Regionalliga. 

Gut, bei der Einleitung war der Wunsch der Vater des Gedanken – aber dennoch hätte am vergangenen Samstag zum Saisonabschluss das Saar-Derby auf dem Programm gestanden und viele Fans der Grün-Weißen hätten sicherlich kaum Einspruch gegen ein solches Szenario eingelegt. Doch während in der Bundesliga nach der Corona-bedingten Pause der Ball wieder rollt, sieht es in den unteren Liegen anders aus. Auf den Sportplätzen herrscht weiterhin Ruhe und selbst an einen geregelten Trainingsbetrieb ist nicht zu denken. 

Der saarländische Fussballverband will daher Klarheit schaffen und hat für den virtuellen außerordentlichen Verbandstag am 09.Juni einen entsprechenden Antrag gestellt, der den Abbruch der Fussballsaison 2019/20 zur Folge hat. Die Meister – und einzige Aufsteiger der jeweiligen Spielklassen – sollen nach dem derzeitigen Tabellenstand anhand einer Quotientenregelung aus erzielten Gewinnpunkten und ausgetragenen Spielen errechnet werden, Absteiger soll es keine geben. Somit entfallen auch mögliche Relegationsspiele. Jedoch können Vereine, die zum Zeitpunkt der Beendigung der Saison mit ihrer Mannschaft auf dem Abstiegsplatz stehen, auf Antrag in der kommenden Saison freiwillig eine Klasse tiefer spielen.

Rafael Kowollik, Geschäftsführer FC 08 Homburg

Unklar ist noch das weitere Vorgehen im Saarlandpokal. Hierzu will der Vorstand des saarländischen Fussballverbandes noch einen gesonderten Antrag einreichen. Aktuell sind noch acht Mannschaften im Rennen – darunter auch der FCH, der im Viertelfinale – sofern gespielt würde – auf den TuS Herrensohr trifft: „Unser Wunsch ist es natürlich ihn zu gewinnen. Abgesehen davon hoffen wir, dass er ausgespielt werden kann und nicht ein Losverfahren über die Teilnahme am DFB-Pokal entscheidet,“ erklärt Rafael Kowolik, Geschäftsführer der Grün-Weißen.

Soweit also die Wünsche des Fussballverbandes für die Ligen ab der Saarlandliga abwärts. Doch was passiert in der Regionalliga? Auch wenn sich viele Fans der Grün-Weißen in der Tabelle gerne weiter vorne gesehen hätten, spielt die Mannschaft von Trainer Jürgen Luginger punktetechnisch mit die beste Regionalligasaison seit Jahren. Aber eben gewertet nur bis zum 23.Spieltag – und mit einigem Abstand zur Tabellenspitze. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern, erscheint es doch unwahrscheinlich, dass die Vereine in der vierthöchsten Spielklasse in dieser Saison nochmal zu Punktspielen antreten. Insbesondere die Organisation von Geisterspielen als mögliche Option, stellt einen Großteil der Vereine vor unlösbare Herausforderungen. Auch finanziell dürften viele Vereine solche Veranstaltungen ohne Einnahmen kaum stemmen können.

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