Bild: Bill Titze
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Wandern hat in Corona-Zeiten einen Boom erlebt, viele Menschen entdecken die Natur in ihrer Region neu. Doch mitunter ist das gar nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn die notwendige Beschilderung fehlt. Im Saarpfalz-Kreis wird deshalb in den nächsten Monaten ein neues Wegenetz markiert. 96 Wanderwege sollen so entstehen.

Wo geht’s jetzt eigentlich lang? Jeder der schon einmal gewandert ist, dürfte sich diese Frage mal gestellt haben. Im besten Fall ist ein kurzer Blick auf die Karte notwendig, im schlimmsten läuft man einen Umweg. Helfen kann in solchen Situationen eine flächendeckende, einheitliche Beschilderung. Und die soll es in Zukunft auch im Saarpfalz-Kreis geben.

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Bis Ende September plant die Saarpfalz-Touristik, 700 Wegweiser, 22.000 Zwischenbeschilderungen und 63 Wanderinformationsschilder zwischen Bexbach und Gersheim zu installieren. In diesem Zusammenhang entstehen 96 Wanderwege, meist Rundwanderungen zu verschiedenen Themen. Möglich wird dieses Mammutprojekt durch einen Zuschuss des Landes, das 600.000 Euro beisteuert und damit 95% der Gesamtkosten übernimmt. Doch wie plant man so etwas eigentlich?

Der richtige Ansprechpartner ist da Hans-Georg Sievers vom Planungsbüro für Wandertourismus, der verantwortlich für die Planung des Projekts war. „Natürlich war ich über Jahre viel zu Fuß in der Region unterwegs. So habe ich mir die vorhandenen Wege angeschaut und neu geplant.“ Kriterien für die neue Konzeption waren laut Sievers Naturnähe oder der Schwierigkeitsgrad der Wandertouren. „Oberziel ist es, Qualitätsregion Wanderbares Deutschland zu werden.“

Um diese Anerkennung des Deutschen Wanderverbandes zu erreichen, musste auch ein längerer Wanderweg ausgeschildert werden. Im Saarpfalz-Kreis wurde dafür der Bliessteig erdacht, ein Etappenwanderweg von Bexbach über das Bliestal bis nach Saargemünd. Rund 120 Kilometer wird diese Route lang sein. Doch das Portfolio umfasst nicht nur Wege durch die Natur, sondern auch kulturhistorische Highlights, wie einen Rundwanderweg zur Industriekultur in St. Ingbert oder einen Stadtrundgang durch die Barockstadt Blieskastel.

So sehen die neuen Schilder aus. Bild: Bill Titze

Einige Schilder stehen bereits, so am Pfälzerwald-Haus Kirkel, wo die Pläne offiziell vorgestellt wurden. Der dicke Batzen kommt aber erst in den kommenden Monaten, wenn beispielsweise die 22.000 Zwischenschilder angebracht werden müssen. Klingt nach einer Herkulesaufgabe. Tatsächlich dürfte Bernd Zollhöfer vom Velobüro Saar in nächster Zeit viel in der Region unterwegs sein. Denn er ist für die Umsetzung zuständig. „Das ist schon eine Menge Arbeit. Man muss mit der Schilderfirma alle Abstimmungen machen, muss schauen, dass sie alle Schilder richtig stellen und das auch kontrollieren.“ Auch Farben, Logos und Schriftsätze müssten übereinstimmen.

Wenn die Schilder im Laufe des Jahres stehen, ist die Arbeit aber noch lange nicht getan. Schließlich muss dann immer wieder geschaut werden, dass sie auch weiterhin den richtigen Weg weisen. „Wegepaten sollen in gewissem zeitlichen Abstand die Routen abwandern, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist“, erklärt der Geschäftsführer der Saarpfalz-Touristik, Wolfgang Henn. „Wir hoffen aber auch, dass wir das Ganze vielleicht noch etwas professioneller abdecken können.“

Ein ähnliches Ziel verfolgt die Saarpfalz-Touristik auch bei den Touristinformationen. „Da gibt es ebenfalls Standards für das Qualitätssiegel Wanderbares Deutschland und die werden momentan noch nicht ganz eingehalten“, moniert Hans-Georg Sievers. „Wenn zum Beispiel samstags keine Informationen zu bekommen sind, passt das nicht zu einer Qualitätsregion.“ Zumindest auf der Strecke werden Wanderer jedoch in Zukunft alle notwendigen Informationen für ihre Tour durch die Saarpfalz bekommen. Die Frage nach dem richtigen Weg dürfte sich dann nicht mehr allzu oft stellen.

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