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Symbolbild

Im Saarpfalz-Kreis leben viele Menschen bereits im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung – und doch wächst die Sorge, dass sich gerade Jüngere diesen Schritt immer seltener leisten können. Eine neue Analyse des Pestel-Instituts zeigt, wie stark Wohneigentum in der Region verbreitet ist und warum Verbände jetzt deutlich mehr Unterstützung vom Bund fordern.

Nach der Untersuchung, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt hat, gibt es im Saarpfalz-Kreis rund 45.300 Wohnungen, in denen keine Miete gezahlt wird. Es handelt sich um selbstgenutztes Wohneigentum, vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung. Etwa 20 Prozent dieser Eigentümer leben in einer Eigentumswohnung. Insgesamt kommt der Kreis damit auf eine Wohneigentumsquote von 62,7 Prozent.

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Im bundesweiten Vergleich liegt Deutschland mit einer Quote von 43,5 Prozent deutlich darunter. „Damit ist Deutschland ein ‚Mieter-Land‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Zwar stünden die eigenen vier Wände bei vielen Menschen weiterhin ganz oben auf der Wunschliste, doch vor allem die 25- bis 40-Jährigen hätten es zunehmend schwer, diesen Wunsch zu realisieren.

Rund 26.100 Menschen dieser Altersgruppe leben nach Angaben des Pestel-Instituts derzeit im Saarpfalz-Kreis. Viele von ihnen seien gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen. „Dabei gehören gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die ‚Nestbauer-Generation‘ ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden“, sagt Günther. Für ihn ist klar: Ohne zusätzliche Unterstützung bleibt der Zugang zu Eigentum für viele verschlossen.

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Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel kritisiert, dass der Bund in den vergangenen Jahren zentrale Förderinstrumente gestrichen hat. „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt“, sagt BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger. Sie fordert ein neues Programm für Wohneigentum, eine „Haus-Förderung“, die direkt bei den Menschen ankommt.

„Notwendig sind direkte Zuschüsse. Geld vom Bund also, das auch Durchschnittsverdiener im Saarpfalz-Kreis in die Lage versetzt, endlich eine Chance auf die eigenen vier Wände zu haben: Ein Startkapital für das erste selbstgenutzte Wohneigentum“, erklärt Metzger. Zusätzlich brauche es ein Niedrigzinsprogramm, damit der Erwerb von Wohneigentum auch mit wenig Eigenkapital möglich wird. „Wer Wohneigentum anschaffen wolle, müsse in die Lage versetzt werden, dies auch mit nur wenig Eigenkapital zu schaffen“, so Metzger.

Die Verbandspräsidentin macht zugleich deutlich, dass der Schritt ins Eigentum finanzielle Disziplin verlangt: „Das bedeutet dann aber auch, den Gürtel enger zu schnallen. Von Urlaubsreisen bis zum Autokauf: Wer Wohneigentum will, muss über viele Jahre erhebliche Abstriche machen, lebt dann aber auch für Jahrzehnte in den eigenen vier Wände und zahlt keine Miete mehr.“ Wichtig sei aus ihrer Sicht, dass eine neue Förderung einfach gestaltet wird und nicht in komplizierter Bürokratie stecken bleibt.

Unterstützung bekommt der Baustoff-Fachhandel vom Dachverband der Mauerstein-Industrie. Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), fordert, dass das staatliche Startkapital und zinsgünstiges Baugeld „schnell und einfach bereitgestellt“ werden. Außerdem müsse der Bund seine Förderung langfristig absichern. „Es muss eine Marathon- und darf keine Sprint-Förderung geben. Wer sich heute entscheidet, Geld für ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu sparen, muss sich auch in drei, fünf oder sieben Jahren noch darauf verlassen können, dass die Förderung als feste Zusage des Staates steht“, so Zapf.

Metzger verweist in diesem Zusammenhang auf den Koalitionsvertrag im Bund. An die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Saarpfalz-Kreis und dem gesamten Saarland richtet sie die Erwartung, die dort gemachten Zusagen umzusetzen: „Im Koalitionsvertrag steht klipp und klar, dass Wohneigentum gefördert werden soll. Aber wann, wenn nicht jetzt?“ Bleibe die Unterstützung aus, gehe die Hängepartie weiter. „Alle warten auf Unterstützung vom Bund. Solange die nicht kommt, liegt der Traum von den eigenen vier Wänden weiterhin auf Eis“, sagt Metzger.

Für die Verbände geht es dabei nicht nur um den Weg ins Eigentum, sondern auch um die finanzielle Lage im Alter. „Wer in die eigenen vier Wände investiert, schafft sich mit dem eigenen Haus oder der Eigentumswohnung ein Stück ‚Stein-Rente‘ an – und damit finanzielle Sicherheit im Alter“, sagt Hannes Zapf. Besonders deutlich werde dies bei den geburtenstarken Jahrgängen, die nach und nach in Rente gehen und mit weniger Einkommen auskommen müssen.

„Die Baby-Boomer gehen jetzt nach und nach in Rente. Damit haben sie deutlich weniger Geld im Portemonnaie. Die Miete bleibt aber oder steigt sogar. Die Folge: Immer mehr Neu-Rentner können sich ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten – sie wohnen sich arm“, sagt Matthias Günther. Für den Chef-Ökonomen des Pestel-Instituts ist die „Wohnarmut im Alter vor allem eine Mieterarmut“. Wer Wohneigentum habe, komme finanziell im Alter „deutlich besser über die Runden“.

Zapf fasst die Position der Branche zusammen: „Wer in die eigenen vier Wände investiert, schafft sich mit dem eigenen Haus oder der Eigentumswohnung ein Stück ‚Stein-Rente‘ an – und damit finanzielle Sicherheit im Alter.“ Aus Sicht der Verbände könnte eine gezielte Förderung des Bundes dafür sorgen, dass dieser Weg auch für Durchschnittsverdiener im Saarpfalz-Kreis wieder erreichbar wird.