Leere Schaufenster, weniger Laufkundschaft, verändertes Einkaufsverhalten: Viele saarländische Innenstädte und Ortskerne stehen unter Druck. Das Wirtschaftsministerium setzt deshalb weiter auf ein eigenes Förderprogramm, mit dem Kommunen ihre Zentren attraktiver machen und den lokalen Handel stärken sollen. Seit dem 18. Februar 2026 läuft der vierte Projektaufruf, Städte und Gemeinden können sich ab sofort erneut um Unterstützung bewerben.
Das Programm richtet sich an saarländische Kommunen, die eigene Ideen entwickeln, um ihre Innenstädte, Stadtteil- und Ortszentren zu beleben und Menschen wieder häufiger vor Ort zusammenzubringen. Ziel ist es, besondere Erlebnisse zu schaffen, die den Handel vor Ort stärken und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Die Bandbreite der möglichen Projekte ist groß – von neuen Veranstaltungsformaten bis hin zu Konzepten, die leerstehende Ladenlokale wieder nutzbar machen.
Wirtschaftsminister Jürgen Barke betont die Bedeutung der Ortskerne über den reinen Einkauf hinaus. „Die Zentren unserer Kommunen sind weit mehr als bloße Orte des Handels – sie sind lebendige Treffpunkte, kulturelle Räume und das Herz unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Ihre Stärkung ist eine gemeinsame Aufgabe von Kommunen, Landesregierung und engagierten Bürgerinnen und Bürgern“, sagte Barke. Man habe in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche innovative Projekte begleiten können. „Nun starten wir in die vierte Förderrunde, um weiteren Städten und Gemeinden die Chance zu geben, von diesem bewährten Programm zu profitieren. Ich freue mich auf mutige, kreative Projekte, die unsere Innenstädte und Ortskerne weiterentwickeln, neue Impulse setzen und unsere Städte und Gemeinden nachhaltig beleben.“
Gefördert werden können unter anderem City-Manager, Marketingkonzepte, die Anmietung leerstehender Ladenlokale etwa für neue Verkaufsflächen, zusätzliche Veranstaltungen und weitere Maßnahmen, die zur Belebung der Zentren beitragen. Die Zuwendung des Landes kann bis zu 90 Prozent der förderfähigen Ausgaben betragen. In Mittelzentren und dem Oberzentrum liegt der maximale Förderbetrag bei 200.000 Euro, in Grundzentren bei 100.000 Euro. Projekte mit zuwendungsfähigen Ausgaben unter 30.000 Euro sind von der Förderung ausgeschlossen.
Kommunen, die sich beteiligen wollen, müssen eine Vorhabenbeschreibung, den eigentlichen Antrag sowie einen Kosten- und Finanzierungsplan einreichen. Die Unterlagen können bis zum 30. April 2026 beim Ministerium eingereicht werden. Voraussetzung ist, dass die geplanten Projekte im Jahr 2026 starten und ein Teil der Mittel noch im selben Jahr ausgegeben wird. Über die Förderwürdigkeit entscheidet das Ministerium nach Empfehlung einer Jury, die die eingegangenen Anträge bewertet.
Die notwendigen Formulare – darunter das Antragsformular, der Kosten- und Finanzierungsplan sowie Teilnahmebedingungen und Richtlinien – stehen online unter zukunfthandel.saarland/ bereit. Dort finden interessierte Kommunen alle Unterlagen, um ihre Projekte fristgerecht auf den Weg zu bringen.
In den bisherigen Förderrunden sind bereits zahlreiche Vorhaben im Land unterstützt worden. Gefördert wurden Projekte in Neunkirchen, St. Wendel, Püttlingen, Saarlouis, Homburg, Ottweiler, Blieskastel, Merzig, St. Ingbert, Mettlach, Marpingen, Dillingen, Lebach, Saarbrücken-Burbach, Sulzbach und Völklingen. Mit der vierten Runde soll diese Liste weiter wachsen und weiteren Kommunen die Möglichkeit geben, ihre Zentren gezielt zu stärken.



















