
Sechs Wochen Vorbereitung liegen hinter dem FC 08 Homburg, am morgigen Samstag beginnt im Waldstadion die entscheidende Phase der Saison. Der Restart in der Regionalliga Südwest ist mehr als nur das erste Pflichtspiel nach der Winterpause. Er markiert den Moment, in dem sich zeigen wird, ob aus einer tabellarisch durchwachsenen Hinrunde noch eine sehr gute werden kann – oder ob der Abstand nach oben zu groß für Träumereien ist.
Sportlich steht der FCH mit 32 Punkten nach 20 Spielen auf Tabellenplatz sechs. Acht Siege, acht Unentschieden und vier Niederlagen bedeuten zwar einen Platz im oberen Drittel der Liga, doch dieser Rang entspricht sicherlich nicht den eigenen Ansprüchen. Insbesondere die acht Unentschieden haben verhindert, dass Homburg näher an die Spitze heranrückt. In mehreren Partien präsentierte sich Homburg über weite Strecken durchaus souverän, ließ jedoch durch individuelle Fehler oder ungenutzte Chancen in entscheidenden Momenten wertvolle Punkte liegen. Der Rückstand auf Spitzenreiter SGV Freiberg mit 41 Punkten und Verfolger Großaspach mit 40 Zählern ist damit deutlich – zu deutlich, um im traditionell ambitionierten Umfeld ernsthafte Aufstiegsträume aufrechtzuerhalten.
Umso wichtiger ist ein stabiler Start in die Rückrunde. Die Vorbereitung verlief weitgehend positiv. Bis auf eine knappe 2:3-Niederlage gegen den SC Freiburg II gewann Homburg alle Testspiele. Trainer Roland Seitz zog ein entsprechend positives Fazit. „Insgesamt sehr positiv“, sagte er mit Blick auf Trainingslager und Testphase. Gerade die Mischung aus gelungenen Auftritten und kleineren Rückschlägen habe geholfen, an Details zu arbeiten. Wichtig sei zudem gewesen, dass die Feldspieler weitgehend verletzungsfrei durch die Vorbereitung kamen. Weiterhin problematisch aber die Defensivleistung: Zehn Gegentore in sechs Spielen sind eindeutig zu viel – Vorbereitung hin oder her.
Ein Faktor, der dem Spiel der Homburger neue Stabilität verleihen könnte, ist die Rückkehr zweier potentieller Leistungsträger. Mit Hilal El-Helwe und Michael Heilig stehen nach langen Verletzungspausen zwei Akteure wieder zur Verfügung, die dem Kader zusätzliche Qualität geben. Für Seitz dürften sich beide fast wie Neuzugänge anfühlen – Spieler, die Struktur, Erfahrung und Ruhe ins Spiel bringen können. Genau diese Konstanz fehlte in der Vorrunde in einzelnen Phasen, in denen gute Auftritte nicht immer mit maximaler Punkteausbeute belohnt wurden.
Offensiv ruhen zusätzliche Hoffnungen auf den Winterzugängen. Für das Auftaktspiel ist voraussichtlich vor allem Kaan Inanoglu einsatzbereit, der in der Vorbereitung regelmäßig traf. Im Zusammenspiel mit El-Helwe könnte er im Angriff für mehr Durchschlagskraft sorgen. Homburg erspielte sich in der Hinrunde häufig genügend Chancen, ließ jedoch zu oft die nötige Effizienz vermissen. Gelingt es, die herausgespielten Möglichkeiten konsequenter zu nutzen, könnten souveräne Phasen künftig auch in der Tabelle sichtbarer werden.
Zum Auftakt gastiert mit der TSG Balingen ein Team im Waldstadion, das mit 16 Punkten auf Rang 16 im Abstiegskampf steckt. Die Gäste stellen die anfälligste Defensive der Liga, versuchen laut Seitz aber dennoch, „einen guten Ball“ zu spielen, wenn man sie lässt. Die Rollenverteilung ist dennoch klar. „Wir sind Favorit“, betonte der Homburger Trainer, warnte jedoch davor, dem Gegner Räume zu geben. Alles andere als ein Sieg wäre aber vor eigenem Publikum eine Enttäuschung.
Personell kann der FCH nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Torhüter Lukas Hoffmann fällt langfristig aus, Tim Littmann fehlt weiterhin. Neuzugang Sean Busch steht noch nicht zur Verfügung, ansonsten sind alle einsatzbereit. „Alle wollen spielen. Alle sind heiß“, so Seitz. Auch Rückkehrer Michael Heilig blickt optimistisch nach vorne: „Ich fühle mich gut, meinem Knie geht es gut“.
Der Auftakt gegen Balingen ist damit sportlich klar eingeordnet: Ein Pflichtsieg, wenn der FCH den Anschluss an die oberen Plätze zumindest nicht vollständig verlieren will. Doch mit einem breiteren Kader, der Rückkehr wichtiger Spieler und neuem Schwung in der Offensive bietet der Rückrundenauftakt auch die Chance auf einen echten Neustart. Ob aus dem oberen Drittel noch mehr wird, entscheidet sich nun in den Details – und in der Konsequenz vor dem Tor.
Anpfiff im Homburger Waldstadion ist am morgigen Samstag um 14:00 Uhr.




















